Die Bayerische Staatsregierung setzt massiv auf den Ausbau der Elektromobilität. Staatskanzleichef Siegfried Schneider unterstrich bei einer Veranstaltung zur Elektromobilität in der Allianz-Arena in München, dass Bayern wegen der guten Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft beste Voraussetzungen habe, um hier ganz vorne mitzuspielen. „Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2020 rund 200.000 Elektroautos auf Bayerns Straßen unterwegs sind. Dazu müssen Politik, Industrie und Forschung an einem Strang ziehen. Im intensiven Dialog mit der Wirtschaft entwickeln wir die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität, bauen gemeinsam die notwendige Infrastruktur auf und schaffen ein maßgeschneidertes Förderinstrumentarium”, erklärte Schneider. Zur Unterstützung der Initiativen und Anstrengungen der Unternehmen stärkt die Staatsregierung nach den Worten Schneiders in einer Fünf-Punkte-Strategie die Forschung, setzt auf Modellregionen und Modellstädte, die exemplarisch die großen Potentiale aufzeigen sollen, baut im Rahmen der Cluster-Strategie die Zusammenarbeit von Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus, fördert künftig verstärkt Leuchtturm-Projekte wie das E-Drive-Center Nürnberg und prüft weitere Vorhaben zur schnelleren Markteinführung wie die Ausgabe grüner Kennzeichen oder zeitweise Sonderfahrstreifen für Elektrofahrzeuge. „Mit dem Aufbau des bundesweit einmaligen Forschungszentrums für Elektromobilität an der TU München, dem Ausbau der außeruniversitären Forschung, der noch besseren interdisziplinären Bündelung der Kompetenzen in Wissenschaftszentren, der Forcierung der Grundlagenforschung vor allem bei der Energiespeicherung und mit unserem bayerischen Förderprogramm Elektromobilität stärken wir Forschung und Entwicklung, damit Bayern mit seinen hervorragend aufgestellten Automobilherstellern und –zulieferern bei den Elektroautos die Nase vorn hat”, betonte Schneider.
Markus Söder (CSU), Umweltminister in Bayern, fordert eine “vollständige und unbefristete” Steuerbefreiung für eAutos. In einem Strategiepapier zur Elektromobilität verlangt er außerdem, dass Halter von eAutos nie wieder Kfz-Steuern und über Jahre hinweg auch keine Stromsteuer zahlen sollten. “Wir brauchen einen stärkeren Schub für das Thema, wir brauchen mehr als Appelle”, erklärte er im Münchner Merkur. Die Zielvorstellung von 200.000 eFahrzeugen bis 2020 in Bayern will Söder mit einem Maßnahmenpaket fördern. Als Zeichen der Steuerbefreiung sollen die eAutos grüne oder so genannte Wechselkennzeichen bekommen. Außerdem werde auch an einer Vereinfachung der Zulassen und Versicherung von eFahrzeugen gearbeitet. Kommunen sollen künftig kostenlose Parkplätze zur Verfügung stellen und Autovermieter sollten eAutos schneller abschreiben dürfen. Auch die Bundesregierung bezieht Söder in seinem Strategiepapier mit ein. “In anderen Ländern gibt es Anschubprämien für moderne Technologien, bei uns gab es nur Abwrackprämien. Das reicht nicht. Elektromobilität braucht mehr Impulse.”
Elektroautos sollen den 1935 von Hans Stuck am Kesselberg aufgestellten Streckenrekord brechen – und das im Rahmen eines Rennens nur für “umweltfreundliche Fahrzeuge”. Das grüne Rennen soll im Mai 2011 stattfinden. Die Vorbereitungen für die Großveranstaltung laufen bereits. Am Samstag, 7. Mai 2011, ist die Bergstrecke für den normalen Verkehr gesperrt. Freie Fahrt haben an diesem Renntag nur umweltfreundlich angetriebene Verkehrsmittel – ob Elektroauto, Fahrrad oder Seifenkisten. “Das Wochenende soll ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien stehen”, hat sich Initiator Helmut Renner vorgenommen.
Der Kesselberg hat es dem Kochler Friseur und Gemeinderat seit Jahren angetan. Deshalb habe er sich auch dafür stark gemacht, dass die Gemeinde Kochel jährlich einmal eine Sonderveranstaltung am Kesselberg “aufziehen” kann. Zunächst habe er mit ein paar weiteren “erwachsenen Kindern” nur ein Seifenkistenrennen durchführen wollen. Daraus sei dann im Laufe der Zeit die Idee gewachsen, ein Elektroauto-Rennen auf die Beine zu stellen.
Die konkrete Herausforderung lautet nun: Schafft ein Elektroauto ohne Verbrennungsmotor den bisherigen Streckenrekord von Hans Stuck (Vater von Hans-Joachim “Striezel” Stuck), der 1935 die Kessebergstrecke von unten nach oben in 3:44 Minuten bewältigte. Sein Auto-Union-B-Typ (Foto) mit 375 PS kam dabei auf einen Geschwindigkeitsschnitt von 80,4 Stundenkilometern.
“Moderne Elektroautos werden immer leistungsfähiger”, sagt Renner. “Wir wollen sowohl herkömmliche Autobauer, Prototypen-Hersteller als auch Universitäten auf den Wettbewerb neugierig machen. Der Verein Kochel aktiv will als Veranstalter das Rennen europaweit ausschreiben.
via merkur-online.de
Seit dem Start der Initiative elektroauto-jetzt im März dieses Jahres haben Gründer Friedrich Bartel aus Rohrdorf und Wolfgang Müller-Brunke aus Bernau bereits zwölf Elektroautos an Käufer vermittelt und bereits drei Solartankstellen zum „Auftanken“ aufgebaut. Ziel der Initiative sind 70 Tankstellen und ein Netz von geschulten Elektroautowerkstätten – womit man die führende Elektromobilitäts-Regin in Bayern wäre.