Archiv

Artikel Tagged ‘CCS-Standard’

Charging Interface Initiative fördert einheitliches Ladesystem

14. Juli 2015 Juliane Keine Kommentare

Eine Grundvoraussetzung für den Durchbruch von Elektroautos: Laden muss schnell sein und noch einfacher als das Tanken von Benzin. Dazu haben sich nun führende OEM, Zulieferer und das BEM-Mitgliedsunternehmen TÜV SÜD in Berlin zur Charging Interface Initiative (CharIN) zusammengeschlossen. Sie wollen das Ladesystem Combined Charging System (CCS) global fördern und weiterentwickeln. „Wer die Elektromobilität will, kommt an einem einheitlichen Ladesystem nicht vorbei. CCS (Combined Charging System) kombiniert das Laden mit Wechselstrom (AC) und das schnellere Gleichstromladen (DC) in einen einheitlichen Stecker, dem sogenannten Combo-Stecker. Diesen von der EU geforderten Lösungsansatz wollen wir mit CharIN fördern“, sagt Volker Blandow, Global Head of E-Mobility bei TÜV SÜD. „Das spart den Fahrzeugherstellern erhebliche Kosten“, unterstreicht Blandow. „Jedes weitere Ladesystem, das die Hersteller als Option anbieten müssen, kostet sehr viel Geld in der Entwicklung, Zulassung und am Ende auch in der Wartung. Je einheitlicher die Ladesysteme global werden, desto universeller können Elektroautos verkauft werden. Der Kunde soll sich sein Wunschfahrzeug wählen können und gleichzeitig sicher sein, überall laden zu können. Leider war dies bislang nicht immer garantiert“.

Ab Herbst 2015 gelten in Europa auch für den Aufbau der Ladeinfrastruktur neue Regeln, jeder neue Schnellladepunkt muss dann immer mindestens einen CCS-Anschluss vorhalten. Damit kann sich der Kunde zukünftig darauf verlassen, bei Schnellladestationen immer auch einen CCS-Ladeplatz vorzufinden. Mit der steigenden Zahl von Schnellladeplätzen darf es zukünftig keine rein auf einen Fahrzeughersteller beschränkten Ladesysteme mehr geben. Die EU möchte damit – ähnlich wie beim Mobiltelefon – eine einheitliche und damit kundenfreundliche Ladeinfrastruktur sicherstellen. Zu den Gründungsmitgliedern von CharIN gehören Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel, Porsche und Volkswagen, die Industriestecker-Hersteller Mennekes und PhoenixContact sowie TÜV SÜD als unabhängiger Partner für Sicherheit und Interoperabilität.

Diskussion um diskriminierungsfreie Ladeinfrastruktur

23. Mai 2014 Juliane Keine Kommentare

Thomas Hausch, Geschäftsführer des BEM-Mitgliedsunternehmens Nissan Center Europe empörte sich am Mittwoch vor der Presse in Köln über das Förderprojekt für Schnellladestationen entlang der A9. “Es ist ein Skandal, dass ein mit den Steuern der Bundesbürger bezahltes Projekt, die Besitzer der überwiegenden Mehrzahl der derzeit in Deutschland zugelassenen Elektrofahrzeuge ausschließt.” Die acht neuen Schnellladestationen unterstützen ausschließlich den “Combined Charging Standard” (CCS). Damit kann etwa der Nissan Leaf dort nicht aufgeladen werden, denn er braucht den CHAdeMO-Standard, um schnellgeladen werden zu können.

Rund zwei Drittel der meist von Importeuren verkauften derzeit auf deutschen Straßen befindlichen zirka 4.000 Elektrofahrzeuge benötigen laut VDIK-Angaben den “CHAdeMO”-Standard. Lediglich sieben Prozent seien derzeit mit dem europäischen CCS-Standard ausgerüstet. Andere Staaten, bei denen die Verbreitung von Elektrofahrzeugen deutlich weiter fortgeschritten ist, beispielsweise Norwegen und die Niederlande, empfehlen in Puncto Schnellladestruktur die sogenannten Multicharger, die alle schnellladefähigen Elektrofahrzeuge bedienen können.