Am 23.06.2010 hatte das Forum ElektroMobilität Akteure aus Industrie, Mittelstand und Forschung nach Berlin zur Veranstaltung “Kooperation ElektroMobilität” eingeladen. Ziel war es, den Dialog über Synergie- und Kooperationspotenziale zu intensivieren. Die Experten waren sich einig, dass noch ein hoher Entwicklungsbedarf für Technologien im Zielfeld Elektromobilität besteht. „Um die notwendigen Kompetenzen im Technologiefeld Elektromobilität weiter auszubauen und den neuen Markt zu entwickeln haben wir German-E-Cars gegründet“, so Dirk Fräger, Geschäftsführer der FRÄGER Gruppe. Diesen Monat habe die Serienfertigung des STROMOS begonnen – ein Elektroauto, zu zwei Drittel „Made in Europe“. Fräger betonte, dass neben der Klärung von Markt- und Rahmenbedingungen vor allem der Austausch mit Netzwerkpartnern an Bedeutung gewinne: „Wir wollen in Zukunft industrielle Kooperationsmöglichkeiten nutzen und insbesondere unseren Zugang zur Forschung verbessern.“ Dirk Fräger hat mit der Gründung der German E Cars GmbH auf den Zukunftsmarkt Elektromobilität gesetzt und trotz Krisenzeiten über 30 neue Arbeitsplätze geschaffen.
„Der hohe Abstimmungs- und Vernetzungsbedarf beschränkt sich keinesfalls auf eine Branche oder Region“, so Dr. Guido Weißmann, Leiter der Geschäftsstelle des Forum ElektroMobilität e.V. „Deshalb verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz und fördern den kontinuierlichen und interdisziplinären Dialog zwischen relevanten Akteuren aus Forschung und Wirtschaft.“ Mit Blick hierauf biete die Reihe „Kooperation ElektroMobilität“ eine offene, interdisziplinäre Dialogplattform für den Austausch über Erfahrungen, Kernkompetenzen und Kooperationsmöglichkeiten.
Zwischen deutschen und chinesischen Hochschulen besteht seit Jahren eine fruchtbare bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Angesichts des weltweit steigenden Bedarfs an Elektrofahrzeugen beabsichtigt TU9, die Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland, gemeinsam mit einer Gruppe exzellenter chinesischer Universitäten ein deutsch-chinesisches Forschungsnetzwerk in der Elektromobilität aufzubauen. Für TU9 koordiniert die Technische Universität München die Aktivitäten, auf chinesischer Seite hat die Tongji Universität die Federführung. Im Beisein von Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan, ihrem chinesischen Amtskollegen Prof. Wan Gang und der mitgereisten TU9-Repräsentanten Prof. Jörg Steinbach (Präsident TU Berlin), Prof. Hans Jürgen Prömel (Präsident TU Darmstadt), Prof. Horst Hippler (Präsident Karlsruhe Institute of Technology) und Prof. Wolfram Ressel (Rektor Universität Stuttgart) unterzeichnete Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München, für TU9 ein Memorandum of Understanding über die geplante Forschungszusammenarbeit im Bereich der Elektromobilität. Für die chinesische Universitätsallianz firmierte Prof. Pei Gang, Präsident der Tongji Universität, die Vereinbarung. Im Rahmen seiner Rede anlässlich der Unterzeichnung betonte Prof. Herrmann die Forschungsstärke der TU9-Universitäten, welche stellvertretend für die hohe Qualität der Ingenieurwissenschaften in Deutschland stehen, und skizzierte die Themen, um die es bei dem Forschungsprojekt gehen wird: „Ein eAuto wird ein neues Auto sein. eAutos werden mittel- und langfristig ein Teil des gesamten Energiesystems darstellen. Bei diesem hochrelevanten Forschungsthema sind mehrere Aspekte zugleich zu berücksichtigen: Kfz-Technologie, Infrastruktur und Energieverteilung sowie Energiewandlung und –speicherung.“ Im Rahmen der Nachwuchsausbildung, insbesondere der Ausbildung exzellenter Ingenieure, wird künftig auch der Austausch von Studierenden und Hochschullehrern unter den beteiligten Einrichtungen verstärkt.
Haben die deutschen Hersteller den europäischen Elektroauto-Markt verschlafen? Mehr als die Hälfte der befragten Experten bejaht in der Elektrofahrzeug- Trendstudie 2010 des Beratungsbüros Warnstorf & Partner, dass anfangs Frankreich und nicht Deutschland den europäischen Elektroauto-Markt bei Serienfahrzeugen dominieren wird. Die deutsche Automobilbranche begnüge sich im Gegensatz zu Japan und Frankreich bisher mit Showcars, die eigene Ansprüche nicht wirklich erfüllen könnten. Weil der Markt so lange offen bleibt, hätten laut 54 Prozent der Befragten drei bis fünf Nischenanbieter eine Chance, langfristig überleben zu können. “In der Branche wird derzeit diskutiert, ob die Markteinführung von Elektroautos unbedingt eine bereits verfügbare Lade-Infrastruktur braucht”, sagt Studienleiter Warnstorf. Die frühe Etablierung von Ladestationen werde von den Energiekonzernen stark gepusht, doch sehe man dies zunehmend als Panikmache und Schaffung von Abhängigkeiten.
”Die Betreiber verlangen in Pilotprojekten einen Kilowattstunden-Preis von bis zu 1,20 Euro. Ein derart verteuerter Strom wäre für den Markteintritt der Elektromobilität kontraproduktiv”, kritisiert Warnstorf. Von den befragten Experten meinten 72 Prozent, dass Serienautos kurzfristig auch mit den Lademöglichkeiten in der eigenen Garage oder am Arbeitsplatz auskommen können. Es würden einfachere, kostengünstigere Ladelösungen erwartet, sobald Szenarien mit mehreren Millionen Elektroautos Wirklichkeit sind. Nach einer Prognose für das Jahr 2020 gefragt, rechnet knapp die Hälfte der Experten zu diesem Zeitpunkt mit ein bis eineinhalb Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen, elf Prozent tippen auf zwei bis drei Millionen, zwölf Prozent auf vier und acht Prozent sogar auf bis zu zehn Millionen Elektroautos. Allerdings erwarten fast 18 Prozent in 2020 weniger als 500 000 Elektroautos in Deutschland. Forschungsbedarf sehen die Fachleute hauptsächlich bei Akkumulatoren und Leistungselektronik. Oft genannt wurden auch die Themen Leichtbau-Technik, Radnabenmotor, Reichweiten-Verlängerung und erstmals auch induktives Laden. Neu ist auch die Nennung des Themas Design bei der Entwicklung von Elektroautos. Befragt wurden mehr als 400 Experten aus Wissenschaft, Entwicklung, Zulieferung, Finanzwelt sowie der Automobilkonzerne.
Im Interview mit dem Handelsblatt machte Hans-Jörg Bulliger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, deutlich, dass Elektromobilität Deutschland als Automobilstandort vor gewaltige Herausforderungen stelle, die aber zu meistern seien. Die Gefahr, dass das Know-how im Bereich Elektromobilität zunehmend in Asien, anstatt in Deutschland angesiedelt werde, sei gegeben. Denn auf dem asiatischen Markt werde sehr frühzeitig ins Experimentierstadium übergegangen. “Schon heute gibt es dort in jeder halbwegs einschlägigen Forschungseinrichtung elektrisch getriebene Kleinwagen von der Art eines Smart oder Ford Ka. Auf den Straßen sind massenweise Elektrofahrräder und -Roller unterwegs.” Obwohl Deutschland im Bereich der Batterietechnik momentan im Rückstand sei, sieht Bulliger nicht komplett schwarz. Er sieht die Chancen vor allem in mittleren und oberen Fahrzeugklassen.
Das gesamte Interview im Handelsblatt
Der Bund muss die Entwicklung elektrisch betriebener Automobile stärker vorantreiben. Dies fordert die unabhängige Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in ihrem neuen Gutachten, das sie heute an Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte. Deutschland habe auf dem Gebiet der Elektromobilität einen beträchtlichen Rückstand auf Länder wie Japan, Korea und China, sagte der Kommissionsvorsitzende Prof. Dietmar Harhoff. Besonders auf dem wichtigen Feld der Fahrzeugbatterien und in der fahrzeugbezogenen Leistungselektronik sei Deutschland nicht gut aufgestellt. Findet die deutsche Forschung und Entwicklung nicht bald Anschluss an die technologische Weltspitze, sehen die Experten beim bevorstehenden Übergang zur Elektromobilität drastische Folgen für den Industriestandort Deutschland. Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland haben zu lange auf die falschen Konzepte gesetzt. Zwar engagierten sich Bund und Länder bei der Entwicklung der Elektromobilität. Aber die unkoordinierte Förderung von 17 Modellregionen und Flottenversuchen sei eher kontraproduktiv; dringend nötig sei eine Konzentration der Maßnahmen, möglichst gemeinsam mit europäischen Partnern.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) berät die Bundesregierung. Sie analysiert Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen Vergleich und bewertet die Perspektiven des Forschungs- und Innovations-Standorts Deutschland.
Auch in diesem Jahr präsentiert die CeBIT unter dem Motto “Green IT” umweltfreundliche und energieeffiziente IT-Technologien. Dabei stellen die beiden Förderinitiativen “IKT für Elektromobilität” und “E-Energy – Smart Grids made in Germany” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in ressortübergreifender Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ihre visionären Konzepte sowie die ersten prototypischen Entwicklungen vor.
Der Mehrwert dieser beiden Innovationsfelder für den Standort Deutschland ist enorm. Weltweit werden Smart Grids in Verbindung mit dem Thema Elektromobilität als die “Industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts” mit besonders starken Impulsen für die wirtschaftliche – und ökologische Entwicklung eingeschätzt.
Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, wird dabei einen Impulsvortrag zum Thema “Ohne IKT und E-Energy ist Elektromobilität nicht möglich” halten. Im Anschluss findet eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema “IKT und Elektromobilität” mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie eine Kurzvorstellung der IKT-Modellprojekte statt.
Am 3.März 2010 von 10:00 bis 13:00 Uhr auf dem Green IT Forum in Halle 8.
Mehr Informationen und das vollständige Programm der CeBIT green IT 2010
Im spanischen San Sebastián diskutierten die EU-Mitgliedstaaten gestern auf dem informellen Rat für Wettbewerbsfähigkeit über europäische Initiativen zur Förderung der Elektromobilität. Unter Leitung der spanischen EU-Ratspräsidentschaft haben sich die Staaten über nationale Maßnahmen ausgetauscht und sie miteinander abgestimmt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat sich auf dem europäischen Treffen stark für Elektromobilität als zukunftsorientierte, innovative und umweltfreundliche Mobilitätsalternative eingesetzt. Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im BMWi, erklärte dazu: “Elektromobilität wird sich durchsetzen, wenn die beteiligten Wirtschaftszweige, Wissenschaft und Politik an einem Strang ziehen. Die Europäische Union kann dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie Initiativen auf den Weg bringt, die im globalen Mobilitätsmarkt von einem Mitgliedstaat alleine nicht zu erreichen sind. Gerade in Fragen der Normung und Standardisierung muss schnell eine europäische Einigung herbeigeführt werden. Dafür wird sich die Bundesregierung nach Kräften einsetzen.” Das BMWi wird seine Vorarbeiten im Bereich der nötigen Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten in die europäische Diskussion einbringen. Zudem soll die Europäische Kommission eine europäische Strategie zur Realisierung elektrisch angetriebener Mobilität entwerfen.
Die jährlich im Wechsel zwischen Taiwan und Deutschland stattfindende LEV Conference gehört zu den weltweit größten Branchentreffen für die Elektro-Leichtfahrzeug (LEV) Industrie. Am 18. März 2010 wird das erste LEV Symposium im Rahmen der Taipei Cycle Show für den chinesisch-sprachigen Raum abgehalten. In Aschaffenburg findet dann am 15. April 2010 das deutschsprachige Pendant statt, auf dem sich alles um Standardisierung und Batterietechnik drehen wird. Der Höhepunkt des LEV-Jahres ist am 04. und 05. Oktober die internationale LEV Conference in Köln.
Anmeldungen für Taipei und Aschaffenburg sind jetzt möglich.
Die deutschen und französischen Autokonzerne haben sich auf einheitliche Stecker zum Aufladen von Elektrofahrzeugen geeinigt, teilte der VDA mit. Am Wochenende haben sich Experten der deutsch-französischen Arbeitsgruppe “Elektromobilität” auf einheitliche Standards für Elektrofahrzeuge verständigt. Dazu gehören sowohl eine einheitliche Steckverbindung als auch ein intelligentes Lademanagement und Abrechnungssystem, das unter anderem auch ein grenzüberschreitendes Aufladen ermöglichen soll. In einem gemeinsamen Positionspapier “Anforderungen an die Infrastruktur und die Schnittstellen” werden die laufenden Standardisierungsvorhaben dargestellt und konkrete Empfehlungen zum Ausbau der Infrastruktur gegeben. In einem grenzüberschreitenden Flottenversuch sollen Fehler identifiziert und behoben werden.
Berlin und Paris wollen nun gemeinsam den Weg für Elektroautos ebnen. Kanzlerin Merkel hat auf dem Deutsch-Französischen Ministerrat in Paris verkündet, dass dafür die Region zwischen Straßburg und Stuttgart/Mannheim/Karslruhe vorgesehen sei. Ziel sei es die Möglichkeiten der Elektromobilität aufzuzeigen und einheitliche europäische Standards für Elektrofahrzeuge und die dafür notwendige Infrastruktur zu schaffen.