Am Montag den 30. August 2010 wurde mit einer Auftaktveranstaltung in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt der offizielle Startschuss für das “Netzwerk Elektromobilität Darmstadt Rhein Main Neckar” gegeben. “Das Netzwerk soll zum Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft anregen und die in der Region vorhandene Wirtschafts- und Forschungskompetenz auf dem Gebiet der Elektromobilität weiterentwickeln”, sagt Daniel Theobald aus dem Geschäftsbereich Standortpolitik der IHK Darmstadt. Mehr als 100 Vertreter aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen kamen zur Auftaktveranstaltung in die IHK. Das Netzwerk wurde auf Initiative des Fraunhofer Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, der Stadt Darmstadt, des Darmstädter Umweltberatungsunternehmen ehoch-3 und der IHK Darmstadt gegründet.
Die Mitgliedschaft ist kostenlos und für jeden offen. Das Netzwerk richtet sich an Interessierte aus Wirtschaft, Forschung oder auch Institutionen der öffentlichen Hand. Thematisch geht es nicht nur um das Elektroauto, sondern grundsätzlich um die Herausforderungen der elektrischen Mobilität.
Das Elektroauto tritt nach und nach seinen Siegeszug um die Welt an. Doch wie werden die Nutzer auf die neue Mobilitätsform reagieren? Diese und andere Fragen stellen sich Verkehrsexperten an der TU Berlin. Sie arbeiten derzeit an einer Nutzeranalyse als Basis für die Einführung der neuen Antriebstechnologie. Elektromobilitätsnutzer müssten sich zum Beispiel auf kürzere Reichweiten einstellen oder den Ladeprozess in ihren Alltag integrieren. Die TU Berlin ist neben RWE, der TU Dortmund und SAP Partner im Forschungsprojekt “e-mobility: IKT-basierte Integration der Elektromobilität in die Netzsysteme der Zukunft”, in dessen Fokus die Erforschung der Nutzer und die Erstellung eines Szenarios der Elektromobilität 2025 steht. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bis September 2011 gefördert.
Die Nutzeranalyse wird auf einer qualitativen Befragung von Elektroautofahrern basieren, die im Rahmen eines Feldversuchs mit 100 Fahrerinnen und Fahrern in Berlin Elektro-Smarts auf ihre Alltagstauglichkeit testen sollen. Da der öffentliche Straßenraum begrenzt ist, insbesondere dort, wo viel Verkehr herrscht, drängen sich Radwege, Werbeanlagen, Schilder, Parkplätze und Gehwege am Rande der Fahrbahnen. Nutzungskonflikten in Bezug auf die Ladeinfrastruktur scheinen vorprogrammiert. Aufgrund der Interessenkonflikte wird seitens der Politik inzwischen auch auf Ladelösungen im privaten und halböffentlichen Raum verwiesen. So bieten sich dafür beispielsweise Supermarktparkplätze oder Parkhäuser in der Nähe von Shoppingcentern und Bürokomplexen an. Die Nutzerinnen und Nutzer in den Befragungen werden auch mit Zukunftsbildern aus der Szenario-Analyse, in der Einflussfaktoren auf die künftige Elektromobilität in Berlin untersucht werden, konfrontiert. So können zukünftige Nutzerpräferenzen besser abgebildet werden. Die Ergebnisse des Szenarios der Elektromobilität für Berlin werden im Herbst 2010 veröffentlicht.
Martin Winterkorn, Volkswagen-Chef, forderte Anfang dieser Woche im kalifornischen Palo Alto die Einführung einheitlicher Subventionen für Käufer von Elektroautos in der EU. Er fügte hinzu, dass die Autoindustrie den Wechsel von der klassischen Motorentechnik zu umweltfreundlichen Strommotoren nicht allein bewerkstelligen könne. “Ich würde mir wünschen, dass wir europaweit ein Programm einführen, um die eMobilität zu fördern”, so Winterkorn. Er forderte außerdem den Aufbau einer effizienten Stromversorgung für Elektrofahrzeuge sowie mehr Unterstützung im Bereich der Forschung. 2013 sollen die ersten reinen Elektrofahrzeuge von VW auf den Markt kommen. Geplant ist derzeit, dass zuerst die elektrischen Versionen des VW Up und des Golfs kommen sollen. Danach dann die eVersionen des Jetta und des chinesischen Modells Lavida. 2018 will der Konzern weltweit 300.000 eAutos pro Jahr verkaufen und damit Marktführer werden.
Die Bayerische Staatsregierung setzt massiv auf den Ausbau der Elektromobilität. Staatskanzleichef Siegfried Schneider unterstrich bei einer Veranstaltung zur Elektromobilität in der Allianz-Arena in München, dass Bayern wegen der guten Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft beste Voraussetzungen habe, um hier ganz vorne mitzuspielen. „Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2020 rund 200.000 Elektroautos auf Bayerns Straßen unterwegs sind. Dazu müssen Politik, Industrie und Forschung an einem Strang ziehen. Im intensiven Dialog mit der Wirtschaft entwickeln wir die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität, bauen gemeinsam die notwendige Infrastruktur auf und schaffen ein maßgeschneidertes Förderinstrumentarium”, erklärte Schneider. Zur Unterstützung der Initiativen und Anstrengungen der Unternehmen stärkt die Staatsregierung nach den Worten Schneiders in einer Fünf-Punkte-Strategie die Forschung, setzt auf Modellregionen und Modellstädte, die exemplarisch die großen Potentiale aufzeigen sollen, baut im Rahmen der Cluster-Strategie die Zusammenarbeit von Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus, fördert künftig verstärkt Leuchtturm-Projekte wie das E-Drive-Center Nürnberg und prüft weitere Vorhaben zur schnelleren Markteinführung wie die Ausgabe grüner Kennzeichen oder zeitweise Sonderfahrstreifen für Elektrofahrzeuge. „Mit dem Aufbau des bundesweit einmaligen Forschungszentrums für Elektromobilität an der TU München, dem Ausbau der außeruniversitären Forschung, der noch besseren interdisziplinären Bündelung der Kompetenzen in Wissenschaftszentren, der Forcierung der Grundlagenforschung vor allem bei der Energiespeicherung und mit unserem bayerischen Förderprogramm Elektromobilität stärken wir Forschung und Entwicklung, damit Bayern mit seinen hervorragend aufgestellten Automobilherstellern und –zulieferern bei den Elektroautos die Nase vorn hat”, betonte Schneider.
Zwischen deutschen und chinesischen Hochschulen besteht seit Jahren eine fruchtbare bilaterale Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Angesichts des weltweit steigenden Bedarfs an Elektrofahrzeugen beabsichtigt TU9, die Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland, gemeinsam mit einer Gruppe exzellenter chinesischer Universitäten ein deutsch-chinesisches Forschungsnetzwerk in der Elektromobilität aufzubauen. Für TU9 koordiniert die Technische Universität München die Aktivitäten, auf chinesischer Seite hat die Tongji Universität die Federführung. Im Beisein von Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan, ihrem chinesischen Amtskollegen Prof. Wan Gang und der mitgereisten TU9-Repräsentanten Prof. Jörg Steinbach (Präsident TU Berlin), Prof. Hans Jürgen Prömel (Präsident TU Darmstadt), Prof. Horst Hippler (Präsident Karlsruhe Institute of Technology) und Prof. Wolfram Ressel (Rektor Universität Stuttgart) unterzeichnete Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München, für TU9 ein Memorandum of Understanding über die geplante Forschungszusammenarbeit im Bereich der Elektromobilität. Für die chinesische Universitätsallianz firmierte Prof. Pei Gang, Präsident der Tongji Universität, die Vereinbarung. Im Rahmen seiner Rede anlässlich der Unterzeichnung betonte Prof. Herrmann die Forschungsstärke der TU9-Universitäten, welche stellvertretend für die hohe Qualität der Ingenieurwissenschaften in Deutschland stehen, und skizzierte die Themen, um die es bei dem Forschungsprojekt gehen wird: „Ein eAuto wird ein neues Auto sein. eAutos werden mittel- und langfristig ein Teil des gesamten Energiesystems darstellen. Bei diesem hochrelevanten Forschungsthema sind mehrere Aspekte zugleich zu berücksichtigen: Kfz-Technologie, Infrastruktur und Energieverteilung sowie Energiewandlung und –speicherung.“ Im Rahmen der Nachwuchsausbildung, insbesondere der Ausbildung exzellenter Ingenieure, wird künftig auch der Austausch von Studierenden und Hochschullehrern unter den beteiligten Einrichtungen verstärkt.
Die Technische Universität Ilmenau forciert die Entwicklung spritsparender, kostengünstiger und sauberer Autos. Am 2. Juni treffen sich Vertreter von Industrie und Universität zur Veranstaltungsreihe „Wirtschaft trifft Wissenschaft“, um Kooperationen zu neuen energieeffizienten Getrieben und Antriebssystemen auszuloten. Unter dem Motto „Nachhaltige Mobilität – ein Leitmarkt der Zukunft“ will die TU Ilmenau helfen, das Bundesland Thüringen zum grünen Motor Deutschlands zu machen. Die Universität strebt an, zusammen mit Wirtschaft und Industrie alternative Antriebstechniken für Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu entwickeln, Technologien zur Verringerung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen sowie zur Energiespeicherung und -steuerung zu erforschen und neuartige Leichtbaumaterialien zu schaffen. So sollen neben optimierten Fahrzeugen auf der Basis von Verbrennungsmotoren zügig moderne Hybridfahrzeuge und Elektroautos entwickelt werden. Die Veranstaltungsreihe „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ richtet sich an Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit mit der TU Ilmenau interessiert sind. Hier kommen die Teilnehmer direkt mit den Wissenschaftlern ins Gespräch. Neben Fachvorträgen und Besichtigungen der Institute und Fachgebiete steht auch eine wissenschaftliche Ausstellung auf dem Programm. Ziel ist ein intensiver Technologie-, Wissens- und Personaltransfer zwischen Universität und Unternehmen.
Auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft bringt „Dialog an Deck“ Energiethemen zur Diskussion. Die neue Veranstaltungsreihe von Wissenschaft im Dialog startet am 27. Mai in Berlin-Mitte. Zum Auftakt lautet das Thema „Elektromobilität – ein Konzept für die Zukunft?“ Im Bauch der MS Wissenschaft – das Energieschiff informiert eine Ausstellung über Energie und zeigt, was aktuell auf diesem Gebiet geforscht wird. Ins Zelt an Deck des Schiffes sind alle Interessierten eingeladen, mit Energieexperten dieses wichtige Thema zu diskutieren. Die Frage nach einer nachhaltigen Energieversorgung, die sicher, wirtschaftlich und umweltverträglich ist, rückt immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Sie betrifft uns alle: als Verbraucher und Bürger, als Wissenschaftler, Politiker und Unternehmer. Die Diskussionsrunde Dialog an Deck ist bisher in acht Städten zu unterschiedlichen Energiethemen geplant.
Veranstaltungsort:
Ausstellungsschiff MS Wissenschaft – das Energieschiff
Anlegestelle Schiffbauerdamm (Höhe Hausnummer 15), Berlin-Mitte, Nähe S-Bhf. Friedrichstr.
Der Eintritt ist frei, die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Im Anschluss an die Diskussion ist ein Ausstellungsrundgang möglich.
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Warum gibt es Vergangenheit und Zukunft? Was ist Intuition? Wie funktioniert die Stadt? Was ist Licht? Antworten auf Fragen wie diese geben die hellsten Köpfe aus Berlin, Potsdam und Wildau in der “Klügsten Nacht des Jahres” am 5. Juni 2010. Ob jung oder alt, allein oder mit Freunden, ob Sportlerin, Computerfreak oder Reisefan – die zehnte Lange Nacht der Wissenschaften bietet mit über 2.000 Einzelveranstaltungen für jeden das Richtige. Zum Programm gehören offene Labors und Institute, Vorträge, Präsentationen und Experimente ebenso wie Spiel, Musik und Theater. So wird die Lange Nacht zum Erlebnis für alle.
Allein 17 Veranstaltungen zum Thema Elektromobilität finden im Verlauf der Langen Nacht der Wissenschaft statt. Mehr Infos dazu finden Sie hier.
Standard-Ladegeräte für Elektrofahrzeuge bilden einen wichtigen Schritt zur Schaffung eines europäischen Binnenmarktes für Elektrofahrzeuge. Am Donnerstag hat das Parlament eine diesbezügliche Resolution dazu angenommen. Die Abgeordneten fordern eine ausgewogene Entwicklung der damit verbundenen Technologien und eine größere Unterstützung der Innovationen seitens der EU. Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride spielen eine wichtige Rolle, um den CO2-Ausstoß zu drosseln und einen Beitrag zu den Prioritäten der EU 2020-Strategie im Hinblick auf eine ressourceneffizientere und grünere Wirtschaft zu leisten. Die Resolution des Parlaments unterstützt die Absicht, eine europäische Standardisierung von wiederaufladbaren Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2011 festzulegen. Interoperabilität und die Sicherung der Infrastruktur sollen dadurch gewährleistet werden. Ferner ist die Kommission aufgefordert weltweite Standards, wo immer diese möglich sind, anzustreben. Gemeinsames Handeln ist gefragt oder zumindest eine europäische Standardisierung der Infrastruktur, so die Parlamentarier. Die Standardisierung von Ladetechnologien, die Unterstützung bei der Erforschung und Innovation von Batterien sowie der Verbesserung von Stromnetzen durch die Einführung von intelligenten Netzen und aufeinander abgestimmte Fördergelder sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sichern. Kommission und Mitgliedsstaaten sollen die notwendigen Voraussetzungen für einen europäischen Binnenmarkt für Elektrofahrzeuge schaffen und unvereinbare Projekte oder Standards, die nicht vollständig kompatibel sind, vermeiden, so die Abgeordneten.
Das Ziel der Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen, kann nur durch gesteigerte Forschungsanstrengungen und politische Unterstützung erreicht werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Elektrofahrzeuge”, die der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) vorgestellt hat. Laut dem Verband besitzt Deutschland das Potential Innovationsführer im Bereich eMobilität zu werden. Mit wenigen Ausnahmen haben wir bei den meisten Basistechnologien eine Spitzenposition und auch bezüglich der Infrastruktur ist unsere Ausgangssituation ausgezeichnet. Zudem tragen Elektrofahrzeuge optimal zum Klimaschutz bei, wenn sie komplett mit Erneuerbaren Energien fahren und zu Überschusszeiten aufgeladen werden. Allerdings müssen noch zahlreiche Hürden, beispielsweise bei der Batterieforschung, Übertragung vorhandener Technologien in das System Fahrzeug, elektrische Sicherheit, Standardisierung, intelligente Infrastruktur und Abrechnungssystemen, genommen werden, erklärte der VDE. So werden die Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen – im Gegensatz zu den Betriebskosten, die schon heute günstiger sind – noch viele Jahre deutlich höher sein als bei konventionellen Automobilen. Um den Markteintritt zu beschleunigen, fordert der Verband staatliche Impulsprogramme. “Die Erneuerbaren Energien sind ganz wesentlich aufgrund der steuerlichen Subventionen so erfolgreich, dies muss auch beim Elektroauto berücksichtigt werden”, verlangt der VDE. Neben Kaufanreizen könnten Nutzungsvorteile geschaffen werden, etwa kostenloses Parken oder freie Einfahrt in Umweltzonen sowie durch finanzielle Förderung von Ladestationen auf Mitarbeiterparkplätzen.
Am 8. und 9. November 2010 bewerten auf dem VDE-Kongress “E-Mobility: Technologien – Infrastruktur – Märkte” in Leipzig rund 1.500 Experten der Elektro-, IT-, Automobil- und Energiebranche Innovationen und Strategien für die Zukunft der mobilen Gesellschaft.