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Artikel Tagged ‘Fraunhofer’

Großes Lithium-Ionen-Forschungsprojekt

4. September 2009 klaus Keine Kommentare

iscUnter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung (ISC) in Würzburg haben sich acht Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um neue Wege für die Speicherung elektrischer Energie zu erforschen. Kürzlich machte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Weg auch für das Verbundprojekt “KoLiWIn” frei. Bis zum Jahr 2050 soll laut den Klimaschutzzielen der jetzigen Bundesregierung etwa die Hälfte des gesamten Energiebedarfs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Eine effiziente Speicherung elektrischer Energie ist dabei der wesentliche Schlüssel nicht nur für den Einsatz regenerativer Energieträger wie Sonne und Wind, sondern natürlich auch für Entwicklung und Ausbau der elektrischen Mobilität. Unter den Speichersystemen bietet die Lithium-Ionen-Technologie heute die höchste Energiedichte. Für den Einsatz im Automobil gelten allerdings nochmals höhere Anforderungen: Die Energiedichte muss für große Reichweiten weiter erhöht werden, die Ladezeiten sollten, entsprechend einer hohen Leistungsdichte, möglichst kurz sein, und nicht zuletzt spielen auch Sicherheit und Lebensdauer eine wichtige Rolle. Deshalb hat das Bundesforschungsministerium für die nächsten vier Jahre im Rahmen der BMBF-Innovationsallianz LIB 2015 60 Millionen Euro Fördermittel zur Entwicklung leistungsfähiger und sicherer Lithium-Ionen-Batterien bereitgestellt. Ein Konsortium um die Unternehmen Evonik, BASF, Bosch, Daimler und Volkswagen wird LIB 2015 mit 360 Millionen Euro unterstützen. Teil dieses Programms ist das vom Fraunhofer ISC in Würzburg initiierte Projekt KoLiWIn bzw. “Konzeptstudien für neuartige Lithium-Ionen-Zellen auf der Basis von Werkstoff-Innovationen”. Das mit insgesamt 40 Millionen Euro dotierten Verbundprojekt hat unter der Projektleitung von Dr. Kai-Christian Möller vor allem große, leistungsstarke Batterien für Elektrofahrzeuge im Blick.

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“Forum Elektromobilität” wird in Berlin eröffnet

4. September 2009 klaus Keine Kommentare

bmbf_logo_deuMit dem “Forum Elektromobilität” soll in Berlin eine Informations- und Kommunikationsdrehscheibe enstehen, die sowohl technologische als auch gesellschaftliche Aspekte einbezieht. Die wichtigsten Akteure aus Politik, Industrie, Medien und Wissenschaft dieses sich auch nach Ansicht des Forschungsministeriums rasant entwickelnden Technologie-Feldes sollen hier eine Plattform finden, um koordinierte Aktivitäten zu diskutieren und neue Kooperationen anzustoßen. Das Forum wird am 9. September gemeinsam mit geladenen Gästen eröffnet. Die Ansprachen halten Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung; Prof. Dr. Ulrich Buller, Vorstand für Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft und Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG.

Gesamtkonzept – ePerformance mit Audi

21. Juli 2009 frecker Keine Kommentare

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit 22 Mio. Euro ein Projekt, bei dem unter Führung der Audi AG Partner aus Industrie, Universitäten und Forschungsinstituten in den kommenden Jahren ein komplett neuartiges Systemkonzept für ein leistungsfähiges Elektroauto entwickelt werden soll. Neben Audi beteiligen sich die Robert Bosch GmbH und die RWTH Aachen an dem sogenannten “ePerformance”-Projekt. Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden ist mit seinen Forschungsarbeiten zu funktionsintegrativen Leichtbaustrukturen ebenfalls beteiligt. Der funktionsintegrative Systemleichtbau in Mischbauweise, gehört zu den wesentlichen Innovationstreibern von zukunftsfähigen Produkten. Auch am Projekt beteiligt, die Technische Universität Ilmenau. Das Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik wird zielgerichtet am Thema “Bremssysteme der Zukunft” arbeiten. Als Auftragnehmer der Audi Electronics in das Projekt eingebunden ist das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern, das im Verbund ein innovatives Sicherheitskonzept im Auto der Zukunft mitentwickelt. Bundesforschungsministerin Annette Schavan: “Wenn wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen wir nicht nur neue leistungsstarke Batterien entwickeln. Es geht darum, über Autos, Mobilität und Infrastruktur insgesamt neu nachzudenken. Wir brauchen neue Gesamtkonzepte – das Verbundvorhaben von Audi geht in die richtige Richtung”.

Gebündelte Systemforschung von 34 Instituten

23. Juni 2009 klaus Keine Kommentare

Das Fraunhofer-Projekt “Systemforschung Elektromobilität” soll der deutschen Automobilindustrie helfen, sich langfristig einen weltweiten Spitzenplatz auf diesem Feld zu sichern. Denn nicht nur neue Antriebskonzepte werden die Automobil- und Zulieferbranche stark verändern. Alle müssen sich umstellen: Die Autofahrer werden in Zukunft nicht nur flüssigen, sondern auch elektrischen “Kraftstoff” tanken, die Fahrzeugindustrie wird einige Bauteile für Pkws bald nicht mehr herstellen – dafür kommen neue hinzu – die Energiekonzerne benötigen andere Geschäftsmodelle und Tarifstrukturen für die Stromversorgung der Autos. An Lösungen für diese und viele weitere Aspekte der Elektromobilität arbeiten Fraunhofer-Wissenschaftler. Neu daran: Fraunhofer will Know-how für die gesamte Prozesskette der künftigen Elektromobilität bereitstellen.

Am Projekt “Systemforschung Elektromobilität” beteiligen sich 34 Fraunhofer-Institute. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorhaben: Das Konjunkturprogramm I enthielt bereits 14 Mio Euro für Investitionen in die Elektromobilität. Jetzt stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II weitere 30 Mio Euro zur Verfügung, um das Thema mit hoher Intensität vor-anzubringen.

Die neuartigen Elektromotoren haben einen großen Vorteil: Sie arbeiten wesentlich effektiver als Verbrennungsmotoren. Ihr Wirkungsgrad liegt bei etwa 90 Prozent, bei Benzin- oder Dieselmotoren sind es dagegen nur 35 Prozent. Bislang konnten sich elektrisch betriebene Fahrzeuge jedoch nicht auf dem Markt durchsetzen – es fehlen leistungsfähige, sichere, kostengünstige und langlebige Energiespeichersysteme. Die Wissenschaft arbeitet deshalb bekanntlich u.a. an robusten Lithium-Ionen-Akkus, die den rauen Bedingungen im Auto Stand halten. Deshalb werden brennbare Elektrolyte durch stabile Polymere ausgetauscht und wird an effektiven Batterie-Managementsystemen getüftelt.

Nicht nur große fest installierte Speicher halten das Stromnetz stabil. Auch die Batterien in eMobiles können einen Beitrag leisten: Bei starker Sonnenstrahlung oder kräftigem Wind speichern sie die überschüssige Energie und speisen bei Flaute oder bewölktem Himmel einen gewissen Teil wieder ins Netz ein. Denn selbst zu Stoßzeiten stehen etwa 95 Prozent aller Fahrzeuge auf Parkplätzen. Die Dimensionen sind beträchtlich: Wären zehn Prozent aller in Deutschland zugelassenen Autos Hybridfahrzeuge, die eine Energiemenge von einer Kilowattstunde speichern könnten, beliefe sich die gesamte Energiemenge auf 4,6 Gigawattstunden. Geht man vom Maximalszenario aus und nimmt an, dass alle Fahrzeuge Elektrofahrzeuge sind, deren Speicher 15 Kilowattstunden fassen könnten, läge die in den Autos gespeicherte Energiemenge bei 690 Gigawattstunden – man könnte in diesem Fall das gesamte deutsche Stromnetz zehn Stunden lang nur aus diesen Fahrzeugen speisen.
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