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Messe Frankfurt launcht multimediales Markenerlebnis zur Automechanika

10. April 2014 Juliane Keine Kommentare

Das Archivgut der Messe Automechanika schlummerte bis vor kurzem im Nordostturm der Festhalle. Jetzt kann jeder im Internet unter www.automechanika-erleben.de auf Entdeckungsreise gehen. Detlef Braun, Geschäftsführer des BEM-Mitgliedsunternehmens Messe Frankfurt: „Unser Ziel war es, eine digitale Welt zu erschaffen, in der die 43-jährige Geschichte der Automechanika greifbar wird. Content-Marketing ist derzeit sehr gefragt und ein eleganter Weg, um Markeninhalte zu vermitteln.“

Den Titel der Seite „Automechanika Erleben“ darf der Besucher der Seite wörtlich nehmen: so navigiert er als Fahrer eines Autos durch eine Metropole und kann dabei diverse Stationen ansteuern, wo es Film- und Bildmaterial aus den vergangenen Jahrzehnten zu entdecken gilt. Darunter sind auch Eindrücke der ersten Automechanika-Messen im Ausland und einigen Kuriositäten, die selbst Kenner der Automechanika überraschen werden. Reinklicken lohnt sich..!

Event: Retro Classics 2010 mit Sonderschau Elektroantrieb

18. Januar 2010 klaus Keine Kommentare

retro_classics_logo_01Vorwärts in die Vergangenheit: Die Sonderschau “Vorwärts in die Vergangenheit – die elektrische Mobilität” der Retro Classics (12.-14.03.2010) bietet im Foyer des Eingangsbereichs Ost einen hochinteressanten Überblick über Geschichte und Zukunft des Elektroantriebs. Thematisch erinnert diese Koppelung doch etwas an “The Electric Avenue Expo” als Ergänzung der Klassikwelt Bodensee (03.-06.06.2010) der Messe Friedrichshafen.

Bereits in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts experimentierten Wissenschaftler und Konstrukteure mit Elektromotoren und Batterien. 1881 stellte Gustave Trouvé auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung ein dreirädriges Automobil vor. 1882 folgte der “Elektromote” von Werner Siemens, ein elektrisch angetriebener Kutschenwagen – und der erste Oberleitungsbus der Welt. 1900 war auf der Weltausstellung in Paris der so genannte “Lohner-Porsche” zu bestaunen, ein getriebefreier Elektrowagen mit Radnabenmotoren an den Vorderrädern. Konstrukteur: Ferdinand Porsche.

Um die Jahrhundertwende vertrauten 40 Prozent der amerikanischen Autofahrer auf den Elektroantrieb, die “Benziner” bildeten mit nur rund einem Fünftel der Fahrzeuge die klare Minderheit. Auch die Leistungen der frühen Stromkisten konnten sich durchaus sehen lassen: So erreichte der belgische Rennfahrer und Konstrukteur Camille Jenatzy 1899 mit 105,88 km/h als erster Mensch eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern.

Hatten Elektrofahrzeuge in den Kindertagen des Automobils noch glänzende Startchancen gehabt, wurden sie bis etwa 1940 schrittweise vom Kraftstoffmotor verdrängt. Der Grund: Die Akkus waren zu schwer, die Ladezeiten zu lang und die Reichweite begrenzt. Nach dem Krieg fristete das Elektroauto nur noch ein Nischendasein als Kleinlieferwagen oder Seniorenmobil.

Bei der Stuttgarter Sonderschau werden Elektromobile aus rund 110 Jahren gezeigt. Partner sind die EnBW und der TÜV Süd. Die internationale Oldtimer-Messe Retro Classics in Stuttgart öffnet von Freitag, 12., bis Sonntag, 14. März 2010, zum zehnten Mal ihre Pforten. Am Donnerstag, 11. März, findet von 14 Uhr bis 20 Uhr der Preview-, Fachbesucher- und Pressetag statt.
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Rückblick: (Über) 150 Jahre Elektroautos

18. Oktober 2009 klaus Keine Kommentare

Eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen oder sogar jedes fünfte Auto überhaupt als Stromer bis zum Jahr 2020. Das scheint angesichts der 1.436 Elektroautos, die zum ersten Januar 2008 hierorts zugelassen waren, noch als weiter Weg. Und es lässt vergessen, dass die Elektroautos auf eine lange, wenn auch nicht zu allen Zeiten stolze Tradition zurückschauen können: Ein Thomas Davidson soll bereit 1855 erste batteriebetriebene Elektrofahrzeuge konstruiert haben, nach anderen Quellen sind diese Experimente sogar auf 1835 zu datieren. Von einer kurzen seitens Robert Anderson mit einem Elektrofahrzeug zurückgelegten Fahrdistanz wird aus dem Aberdeen des Jahres 1839 berichtet. Gustav Trouvé stellte 1881 – fünf Jahre vor Carl Benz – ein dreirädriges Elektroauto auf der “Internationalen Elektrizitätsausstellung” zu Paris vor. Erstaunlich auch, dass schon 1886 in London Elektrotaxis und später auch Elektrobusse von Radcliffe fahren.

Manfred Kriener, Chefredakteur von zeozwei.de, weist in einem lesenswerten Artikel [DIE ZEIT Nr. 38 vom 10.09.2009, S. 90] darauf hin, dass in der Frühzeit des Automobils Elektroautos in einem “dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen die Benziner” lagen. Und anfangs auch durchaus gewannen, was Zuverlässigkeit, Komfort (Start der Verbrennungsmotoren per Kurbel) und nicht zuletzt Geschwindigkeit anging. Der Weltrekord des Jahres 1899 mit 105,88 km/h jedenfalls gehörte dem Elektroauto “La Jamais Contente” der Compagnie Internationale des Transports Electriques, mit dem Pilot Camille Jenatzy der Konkurrenz davonfuhr.

Nachgezeichnet wird auch der Triumphzug des von Ferdinand Porsche entwickelten Lohner-Porsche, einer der Sensationen der Pariser Weltausstellung von 1900. Das Fahrzeug hatte bereits Radnabenmotoren, lief 50 km/h bei einer Reichweite von 50 km/h. Porsche war auch einer der ersten, der durch Hinzunahme eines Daimler-Verbrennungsmotor ein Hybrid-Fahrzeug mit verlängerter Reichweite konstruierte.

Laut Krieners Quellen hatten noch im Jahr 1900 40 Prozent der Autos Dampfantrieb, auf Rang zwei mit 38 Prozent kamen die batteriebetriebenen, gefolgt von Benizinern mit nur 22 Prozent. Als vorläufigen Umkehrpunkt macht der Autor die Erfindung des Elektrostarters durch Charles Frankling Kettering im Jahre 1911 aus, der die Benziner nun auch im Bedienungskomfort konkurrenzfähig machte. Noch 1912, also auf dem ersten Gipfelpunkt der Elektromobilität, wurden laut Prof. Dudenhöffer 33.800 Elektrofahrzeuge gebaut. Heute werden die Karten im Rennen Stromer gegen Benziner neu gemischt…

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