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Maschinenbau wird revolutioniert

22. April 2010 Juliane Keine Kommentare

Im Fokus der aktuellen Diskussion über Elektroautos und alternative Antriebe steht vor allem die Automobilindustrie. Aber noch eine zweite deutsche Schlüsselindustrie verändert sich durch die mobile Revolution: die Maschinenbauindustrie. Durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs werde sich langfristig die gesamte Wertschöpfungskette verändern, erwartet Hartmut Rauen, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim Branchenverband VDMA. “Das führt zwangsläufig zu strukturellen Veränderungen in der Produktion”, erklärte Rauen dem Handelsblatt. An diesem Punkt seien die Maschinenbauer gefragt, denn es gelte die Herstellungskosten in den Griff zu bekommen, was nur durch effizientere Herstellungstechnologien möglich sei. Entscheidend sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis, um Elektrofahrzeuge in großen Stückzahlen auf die Straße zu bringen. Das ist jedoch nicht unbedingt Deutschlands traditionelle Stärke. Für den deutschen Maschinenbau gib es demnach sowohl Chancen als auch Risiken. Auf der einen Seite werden alte Komponenten und Fertigungstechnologien wegfallen, aber gleichzeitig auch ganz neue entstehen. “Wir können wie Phönix aus der Asche auferstehen, aber auch viel verlieren”, sagte RWTH Professer Achim Kamper im Handelsblatt. So rechnet man damit, dass sich die Zerspanzeiten um 70 Prozent reduzieren werden, was fast alle an der Motorenproduktion beteiligten Fertigungsverfahren beträfe. Auf der anderen Seite werde es einen Zuwachs bei der Herstellertechnik für Elektro- und Radnabenmotoren geben. Großes Potenzial sieht Kamper außerdem beim Recycling der Batterien und der Elektromotoren sowie bei der Automationstechnik bei der Montage von Batterien und Fahrzeugen. Der Verein deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) rät seinen Mitgliedern die derzeitige Phase des Umbruchs für intensive Gedanken über ihre Ausrichtung in einer alternativen automobilen Zukunft zu nutzen. MAG-Chairman Jürgen Fleischer erwartet, dass der deutsche Maschinenbau seine führende Rolle behalten werde. “Denn die asiatischen Konkurrenten sind zwar Kostenführer, aber bei Komplexität sind wir vorne. Wir müssen aufpassen, dass sich das Beispiel Transrapid nicht wiederholt. Dort, wo sich die Produktionstechnologie ansiedelt, wird der deutsche Maschinenbau mitmischen.”