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Artikel Tagged ‘Hummer’

Next Generation Energy, Teil 2

22. Dezember 2009 klaus Keine Kommentare

Thomas Ludwig, beim größten Parkraumbetreiber Europas APCOA zuständig für Development Nord Ost, brach in Bensberg nun zunächst eine Lanze für die These, dass sich die Elektromobilität sogar noch schneller als erwartet – beispielsweise von der Bundesregierung – durchsetzen werde: “1,60 Euro ist eine Schmerzgrenze beim Spritpreis. [...] In 20 Jahren wird Erdöl nicht mehr wirtschaftlich förderbar sein.” Daher werden derzeit in exklusiver Partnerschaft mit RWE sukzessive Ladestationen in den 400 deutschen APCOA-Parkhäusern installiert, die es Kunden gestatten sollen, während ihrer Arbeits- oder Shopping-Zeit das Elektrofahrzeug nach- wenn nicht sogar vollständig zu laden.

teslaNach soviel – wiewohl spannender – Theorie war es den Teilnehmern ein dringendes Anliegen, den praktischen Kontakt zur bereits heute erfahrbaren Elektromobilität folgen zu lassen. Neben Segways, dem Toyota Prius, einem Jetcar, dem MEGA eCity (gestellt von DriveCarsharing) zogen natürlich Tesla und Hummer die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Was das Tesla/Lotus-Mobil angeht: Obwohl er in blau nicht ganz so umwerfend wirkt, wie in diesem “schnellen” Orangerot, obschon die Kombination Slicks und Regenwetter wilde Stunts verhinderte – Es ist schon beeindruckend, mit einem Pkw nahezu geräuschlos Fahrleistungen zu erleben, für die man sonst nicht nur ein schon recht sportliches Motorrad, sondern eben auch das entsprechende fahrerische Können benötigt.

HummHummerApropos geräuschlos: All jene, die sich zwar für den Siegeszug der eMobility, nicht aber für begleitende Treppenlift-Sounds begeistern können, müßten mindestens aus diesem Grund von dem Fraunhofer Institut nach Bensberg gebrachten Hummer mit Wasserstoff-Hybrid-Antrieb fasziniert sein. Dieses Fahrzeug dient Fraunhofer in mehreren Netzwerken als Versuchsfahrzeug für Komponenten alternativer Antriebe und wird gerade entsprechend ausgerüstet, wobei das Fahrzeug explizit den Charakter eines Versuchsträgers hat und deshalb auch viel Raum für zuzurüstende Komponenten benötigt. Im Gegensatz zum reinen Elektroantrieb und dessen vorläufig eingeschränkten Reichweiten ist hier vorgesehen, das große Potenzial des Nachrüstmarkts durch Produktion von Wasserstoff auf dem Fahrzeug (Elektrolyse) und Einblasung unter Nutzung des konventionellen Verbrennungsmotors zu erschließen. Das ist der Grund, warum der ursprüngliche Antrieb sowie dessen unnachahmlich donnernder V8-Sound vollständig erhalten bleibt…

AÜWEin weiterer Vortragender, Michael Lucke, Geschäftsführer Allgäuer Überlandwerk GmbH, meisterte nun mühelos die nicht ganz leichte Übung, nach derartigen Sinneseindrücken und/oder Mittagessen zurück zur Wissensvermittlung zu finden. Packend wusste er darzustellen, wie der Energieversorger AÜW den Business Case eines eigenen Handelsunternehmens für Pedelecs geprüft – und dann aus Kostengründen wieder verworfen hat. Stattdessen setzt man seither auf Projekte wie “eE-Tour Allgäu”, das die Hersteller und Player RUF, BMWi, DLR, Renault, John Deere oder Move AboutW vereint. In diesem Kontext werden nächstes Jahr 30 Ladestationen errichtet und 30 Fahrzeuge beschafft, die teils z.B. Hotels für Aktionen wie “CO2-freie Täler” zur Verfügung gestellt und die teils als AÜW-Flottenfahrzeuge eingesetzt werden.

xingAbschließend wurde die hier bereits ausführlich behandelte aktuelle Barkawi-Studie zum Thema Markteinführung Elektromobilität vorgestellt und seitens dem Leiter der Studie Frank Reichert einige besonders Erfolg versprechende Geschäftsmodelle am Beispiel Flottenbetrieb und Carsharing vertieft – Abschluß einer wirklich gelungenen Veranstaltung, die im folgenden Jahr wiederholt werden soll. In der Zwischenzeit können Interessierte im Next Energation Energy-Forum auf Xing Mitglied werden und den Diskurs weiterführen. Zur Registrierung geht es hier.

Next Generation Energy, Teil 1

22. Dezember 2009 klaus Keine Kommentare

barkawi_logoDer Jahreswechsel – gern ergriffene Gelegenheit für mal mehr, mal weniger sinnvolle Rückblicke. An den von Barkawi Management Consultants Anfang November im Grandhotel Schloss Bensberg veranstalteten Event “Next Generation Energy” denkt man gerne als besonders gelungenes Beispiel einer kleinen, überschaubaren Fachkonferenz zurück, die weniger auf Frontalunterrichtung als vielmehr auf Dialog setzte. Im Gegensatz zu vielen erstmals in das Thema einführenden Veranstaltungen hatte man bei diesem von den Veranstaltern erstmals erprobten Format den Eindruck, dass sich hier Fachleute aus den Bereichen Automotive Industry, EVU, Logistik, Medien, Kommunen/Stadtwerke und Verbände auf hohem Vorwissensniveau austauschten und vorhandene Lösungsansätze durchaus kontrovers diskutierten.

Dabei war durchaus hoch gezielt worden, schon was die Referentenliste anging. Craig Davis, Sales and Marketing Director Tesla Motors Europe, war dann doch verhindert gewesen. Doch die meisten Besucher konnten sich wohl mit den exzellenten anderen Vortragenden ebenso trösten wie mit der Möglichkeit, an Testfahrten mit dem Elektrosportwagen selbst teilzunehmen… Nach einer straffen Begrüßung und Einführung seitens Karim Barkawi, Geschäftsführer, stellte Rolf Schumann – Country Engagement Manager Germany von Better Place – sehr anschaulich und anekdotenhaft die Grund-Idee und -Crux des Ansatzes seines von Ex-SAP-Manager Shai Agassi gegründeten Unternehmens dar. “Wir sind nicht die Batterietausch-Firma”, räumte er mit einem häufigen Mißverständnis auf. Stattdessen verkaufe Better Place Mobilität. Elektroautos würden so erschwinglicher, da die Batterie nicht mehr Bestandteil der Autokalkulation sei und über einen Vertrag mit dem Endkunden von Better Place bereitgestellt werde. Diese Mobilität werde nach Kilometern abgerechnet und werde die Total Cost of Ownership (TCO) heutiger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor keinesfalls übersteigen. Der Batterietausch sei in diesem Konzept nur die ultima ratio, falls für eine konkrete Strecke die Reichweite von heute ca. 150 km nicht ausreiche.

barkawi1Dr. Wolfgang Warnecke, Leiter weltweite Kraftstoffentwicklung Shell Group gab im Folgenden einen besonders interessanten Einblick in die vielfältigen Mobilitäts-Engagements eines Unternehmens, das von der Öffentlichkeit weitgehend als “Ölkonzern” wahrgenommen wird: Diese erstrecken sich von Biokraftstoffen (mit einem erwarteten kurzfristigen Marktanteil von 20-30%) über stets weitr als Treibstoff optimiertes Erdöl und verflüssigtes Gas sowie Wasserstoff (nicht vor 2020 als Individualantrieb) bis hin zur Elektromobilität. Warnecke lenkte die Aufmerksamkeit u.a. auf den Punkt, dass “nur” 23,5 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen auf Verkehr/Transport zurückzuführen sind.

Über “Intelligente Netze” der Zukunft referierte nun Dr. Wolfram Münch, Bereichsleiter Forschung und Innovation EnBW Energie Baden-Württemberg GmbH und beleuchtete dabei die zentrale Rolle von intelligenten Stromzählern (”Smart Meter”) in einem Szenario, in dem Haushalte Verbraucher und Erzeuger sind.

Elektroriese China

25. Oktober 2009 klaus Keine Kommentare

chinaExperten gehen davon aus, dass chinesische Hersteller auch im sich entfaltenden Markt für Elektroautos eine bewährte Strategie verfolgen: Erst wird die Marktführung im eigenen Land angestrebt, dies auf weitere asiatische Wachstumsmärkte übertragen, gefolgt vom Mittleren Osten sowie Afrika (diese Vorgehensweise erklärt auch die relative IAA-Zurückhaltung noch in diesem Jahr), bis schließlich der US- und europäische Markt angegangen wird. Gezielt wird dabei meist zunächst auf das unterste Preissegment, später auch die Mittelklasse. Einige Fachleute glauben, dass China spätestens im Jahr 2015 die USA als größten Automobilmarkt weltweit ablösen werden.

Die Zentralregierung in Peking hat bereits 2006 angekündigt, dass durch Zusammenschlüsse, Übernahmen und höhere Produktionszahlen eine Gruppe heimischer Autoproduzenten mit Staatshilfe zu globalen Herstellern aufgebaut werden sollen. Dabei handelt es sich unter anderem um die Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC), die unter anderem mit Volkswagen und General Motors (GM) kooperiert, und um FAW, deren Partner ebenfalls der VW-Konzern ist. Daneben sollen die beiden Hersteller Dongfeng und Changan zügig zu großen Konzernen aufgebaut werden. Insgesamt gibt es in China derzeit mehr als 80 Produzenten unterschiedlichster Größen. Die Regierung strebt die Schrumpfung und Konzentration auf rund zehn um so stärere Automobilbauer an.

In einem nächsten Schritt stehen internationale Einkäufe an, um an Entwicklungs-Know-how und Vertriebsnetze zu gelangen. Beispiele sind etwa die Übernahme von Hummer seitens Sichuan Tengzhong oder das Werben der Beijing Automotive Industry Corporation (BAIC) um Delphi und Opel oder Geelys Bemühungen um die Ford-Tochter Volvo.

Zentral in der chinesischen Automobilstrategie steht die Elektromobilität. Peking fördert die Entwicklung konkurrenzfähiger Elektroautos mit umgerechnet 1,1 Milliarden Euro. Bereits bis 2011 sollen Produktionskapazitäten von mindestens 500.000 Elektroautos aufgebaut werden. Jeder chinesische Produzent ist gehalten, mindestens ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb ins Portfolio aufzunehmen.

Auf Konsumentenseite wird der Kauf von Elektrofahrzeugen staatlicherseits mit bis zu 6.500 Euro für batterieelektrische PKF gefördert. Die Förderung von E-Taxis liegt auf ähnlicher Höhe, Busse können mit über 50.000 Euro subventioniert werden. Dies führt zu Endpreisen chinesischer Elektroautos, die deutsche Verbraucher als attraktives Kaufkriterium bezeichnet haben.

Prominentester Vertreter der Carmaker aus dem Reich der Mitte ist Build Your Dreams (BYD) – gleichzeitig zweitgrößter Batterieproduzent der Welt, das einen Weltmarktanteil von 30 Prozent bei Lithium-Ionen-Akkus hält. Erst seit 2003 werden hier auch Fahrzeuge gefertigt. Doch Kooperationen mit beispielsweise Bergé Automoción oder Volkswagen führen dazu, dass bereits 2010 in den USA marktfähige Fahrzeuge angeboten werden sollen. Da passt es ins Bild, dass der BYD-CEO Wang Chuanfu mit einem geschätzten Vermögen von 3,4 Mrd. Euro die (schnell wachsende) Liste der reichsten Chinesen anführt. Das Gesamtwachstum der chinesischen Wirtschaft für 2009 schätzen Wirtschaftsexperten auf rund acht Prozent.

Yes we can: Elektro-Hummer

22. September 2009 klaus Keine Kommentare

hummerArnold Schwarzenegger, Ex-Schauspieler und derzeitiger Gouverneur bzw. Insolvenzverwalter des US-Bundesstaaates Kalifornien hatte es vorgemacht, dass man sogar einen Hummer auf Wasserstoffantrieb und -betankung umstellen kann. Die Ingenieure von Raser Technologies hingegen wollten General Motors Hummer H3 rein elektrisch summen lassen. Gemeinsam mit Experten von FEV haben sie einen zu diesem schweren Militärfahrzeug passenden Antriebsstrang entwickelt. Raser steuerte das Grunddesign bei, von FEV stammte die technische Umsetzung. Das resultierende “PHEV Drive System” ist ein Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang-Konzept, welches einen H3 oder einen Light Truck ungerechnet 65 km lang rein elektrisch antreiben kann und dank Range-Extender über eine Gesamtreichweite von rund 580 km verfügt. Dazu verfügt PHEV über einen 200 kW starken Wechselstrommotor vom Typ P200 mit einem maximalen Drehmoment von 450 Nm sowie Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation).
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Event: Next Generation Energy

19. September 2009 klaus Keine Kommentare

barkawi_logoAuf der am 5. November im Grandhotel Schloss Bensberg stattfindenden Fachkonferenz “Next Generation Energy” werden Experten Lösungsansätze dazu diskutieren, wie Energieversorgung und individuelle Mobilität in der Zukunft zu intelligenten und effizienten
Netzen verbunden werden können. Daraus sollen zukunftsfähige und erfolgversprechende
Perspektiven entstehen. Zielgruppe der Konferenz sind EVU, Automobilindustrie,
aber auch Anbieter von Flottenmanagement oder Infrastruktur-Lösungen etc. Auszug aus der vorläufigen Referentenliste: Referenten: Dr. Carlos Härtel, Managing Director Europe
GE Global Research; Craig Davis, Sales and Marketing Director Tesla Motors Europe; Dr. Dirk Schlesinger, Senior Director Cisco Systems IBSG; Michael Lucke, Geschäftsführer
Allgäuer Überlandwerk GmbH; Dr. Wolfram Münch, Bereichsleiter Forschung und Innovation EnBW Energie Baden-Württemberg GmbH; Wolfgang Warnecke, Leiter weltweite Kraftstoffentwicklung Shell Group; Dr. Oliver Franz, Projektbeauftragter RWE Energy.

Bereits heute sind laut Veranstalter Barkawi Management Consultants Geschäftsmodelle unter Einbindung von stromgetriebenen Fahrzeugen und Lastausgleich möglich. Barkawi ist eine international tätige Managementberatung mit den Beratungsschwerpunkten Supply Chain Management und After Sales Services. Die Teilnahmegebühr für die Konferenz inklusive Mittagessen, Pausengetränken, After Conference Buffet und einem Exemplar der Studie “Next Generation Energy” beträgt 550 Euro. Es besteht die Möglichkeit zu Tesla-Probefahrten.
UPDATE 27.10.09: Das Fraunhofer Institut stellt überdies einen Hummer Wasserstoff-Hybrid und Toyota einen Prius für Testfahrten zur Verfügung.
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