Derzeit verwendet jeder Hersteller von Ladestationen für eFahrzeuge eigene Entwicklungen für Technik, Design und Bedienung. Aus diesem Grund können beispielsweise verschiedene Ladesäulen nicht miteinander kombiniert werden. Je nach Herstellerkonzept ist auch die Benutzerführung an jeder Ladestation unterschiedlich. Für den Kunden bedeutet dies, die Bedienung an jeder Ladestation neu erlernen zu müssen. Ein Projekt des Netzwerks „Intelligente Ladetechnik für eFahrzeuge“, das mit 1,2 Millionen Euro vom Bayerischen Wirtschaftsministerium im Rahmen des Förderprogramms für Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert wird, soll nun Abhilfe schaffen. Das Konsortium entwickelt eine Art „Lego-Baukasten“ für Ladesäulen-Hersteller, der alle weiteren Produktentwicklungen einfacher, schneller, einheitlicher und günstiger machen soll.
Das Projekt setzt dabei auf eine enge Kooperation zwischen Unternehmen aus den Bereichen Elektrik, Elektronik und IT. Gemeinsam sollen neue Informations- und Kommunikationstechnologie-Lösungen für Ladesysteme realisiert werden. Das “Netzwerk Intelligente Ladetechnik für eFahrzeuge“ wird organisiert vom ITSpeicher / IT Inkubator Ostbayern GmbH und ist ein Zusammenschluss von Spezialisten aus dem Bereich Hard- und Software für Ladestationen, ITK-Applikationen für die Elektromobilität, mobile Anwendungen und Datenübertragung zum und im eFahrzeug. Ziel des Netzwerks ist die gemeinsame Entwicklung innovativer Ladetechnikkomponenten für den Aufbau einer nutzerfreundlichen, intelligenten Ladetechnikinfrastruktur.
Mit dem Start von e-clearing.net steht ab sofort europaweit eine funktionsfähige offene Lösung für grenzüberschreitendes Laden von Elektroautos zur Verfügung. Fünf europäische Partner haben dazu ihre Ladeinfrastruktur vernetzt. Mittels eRoaming können Elektromobilisten an vielen tausend Punkten in Europa Strom tanken, ohne dass dafür Transaktionskosten anfallen. Sie zahlen nur die mit ihrem jeweiligen Partner vereinbarten Fahrstrompreise. Zu erkennen sind die anbieterübergreifend nutzbaren Ladestationen an dem Logo von e-clearing.net, das künftig an jedem Ladepunkt angebracht sein wird. Die jetzt in Betrieb gehende erweiterte Plattform erlaubt es, alle relevanten Daten zwischen den Partnern grenzüberschreitend auszutauschen.
Gründungsfirmen der größten Transaktionsplattform Europas sind das BEM-Mitgliedsunternehmen smartlab Innovationsgesellschaft mbH aus Deutschland), e-laad aus den Niederlanden sowie Blue Corner aus Belgien. Als erste wichtige Partner konnten bereits Ballast Nedam und das BEM-Mitgliedsunternehmen The New Motion aus den Niederlanden gewonnen werden. Allein The New Motion verfügt über 3.500 Ladepunkte in den Niederlanden. Weitere Informationen rund um die Ladeinfrastruktur-Plattform finden Sie hier.
Die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur aus Sicht des Verbrauchers ist in erster Linie die sichere, zuverlässige, preiswerte und komfortable Versorgung mit Strom. Die Säulen sollten anbieterunabhängig zugänglich sein und trotzdem unbürokratische und datensichere Abrechnungen ermöglichen. Die Herausforderungen an die Kommune bzw. den öffentlichen Raum sind vielfältig: Nach welchen Kriterien definiert sich der richtige Standort für eine öffentliche Ladesäule? Welche regulativen und finanziellen Möglichkeiten hat Berlin als Schaufensterregion, um den politischen Zielen näher zu kommen? Wie platzieren sich auf der anderen Seite die Energieversorger und Automobilkonzerne in der Phase des Markthochlaufes? Welche technischen Möglichkeiten und Anforderungen an die öffentliche Hand gibt es, um einen rentablen und verbrauchergerechten Einsatz zu ermöglichen?
Diese und mehr Fragen sollen im Rahmen des 19. Mobilitätssalons am 10. Juni 2013 in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in der Luisenstraße 18 in 10117 Berlin diskutiert werden. Neben Anforderungen und Umsetzungsstrategien zum flächigen Ausbau einer Ladeinfrastruktur aus der Sicht der Senatsverwaltung – vertreten durch Dr. Friedemann Kunst, Leiter der Verkehrsabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – werden Dr. Carsten Retzke (Leiter Sonderprojekte/Wasserstoff) von TOTAL als Energieversorger und Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität aktuelle Anforderungen und Probleme aus Betreibersicht bzw. als Koordinator verschiedener Interessenslagen vorstellen. Für Rückfragen zur Veranstaltung steht Ihnen Janine Rettig im Hauptstadtbüro des ACE Auto Club Europa e.V. gern telefonisch unter 030 27 87 2512 zur Verfügung.
Die eRoaming-Plattform der Hubject GmbH startet heute ihren Betrieb im Rahmen der Internationalen Konferenz Elektromobilität der Bundesregierung. Das Joint Venture der Firmen BMW Group, Bosch, Daimler AG, EnBW, RWE und Siemens hat mit intercharge einen Ansatz entwickelt, der den Nutzern von Elektrofahrzeugen einen einfachen Zugang zu öffentlichen Ladestationen in Europa ermöglichen soll. Aufgrund der europaweiten Vernetzung von Ladeinfrastrukturen mittels eRoaming können Nutzer mit nur einem Vertrag ihr Fahrzeug an allen intercharge-kompatiblen Stationen laden. Voraussetzung ist lediglich, dass der Vertragspartner an das eRoaming-System von Hubject angebunden ist. Zu erkennen sind die anbieterübergreifend nutzbaren Ladestationen an dem intercharge-Zeichen, das sichtbar an jedem Ladepunkt angebracht ist. Neben den Partnern aus Deutschland und den Beneluxstaaten haben sich auch österreichische Ladeinfrastrukturbetreiber für das intercharge-Modell der Hubject GmbH ausgesprochen.
Stellvertretend für alle Gesellschafter der Hubject GmbH begrüßte Dr. Herbert Diess, Vorstand Entwicklung bei BMW, auf der Internationalen Konferenz Elektromobilität den Start der eRoaming-Plattform: „Unser Ziel ist es, dass Nutzer von Elektrofahrzeugen überall und einfach laden können. Mit dieser gemeinsamen Initiative kommen wir weg von nationalen und regionalen Insellösungen und schaffen ein für alle verfügbares, europaweites Netzwerk der unterschiedlichen Ladestationsbetreiber.“
Um die grenzüberschreitende Nutzung der Ladesäulen-Ladeinfrastruktur in der Region zu ermöglichen, haben Partner in Trier und im Großherzogtum Luxemburg nun eine Kooperation vereinbart: Die Stadtwerke Trier (SWT) und der luxemburgische Betreiber der Open Charge Points, Estonteco, ermöglichen ihren Kunden ab sofort ein kostenfreies Laden auf sämtlichen Elektroladestationen im Großraum Trier und Luxemburg. „Leider beschränken sich viele Ladekonzepte auf Insellösungen, die beispielsweise an Ländergrenzen enden“, erklärt Falko Willmes, Bereichsleiter der SWT – Stadtwerke Trier und Projektleiter von econnect Germany, einem vom BMWi geförderten Projekt bei SWT. „Die Großregion aber lebt vom täglichen grenzüberschreitenden Verkehr in beiden Richtungen. Weiter wollen wir zukünftig den regenerativen Strom zum Laden dann liefern, wenn er an der Ladesäule benötigt wird. Also „just in time“. Hierfür arbeiten wir im Forschungsverbund econnect Germany in Trier mit der Hochschule und Universität Trier sowie mit dem Elektrokonzern ABB an Lösungen zusammen.“ Als Mitglied im Stadtwerkeverbund ladenetz.de ermöglicht Trier darüber hinaus den Zugang zu einer Ladeinfrastruktur mit inzwischen über 220 Ladepunkten in ganz Deutschland.
Im Rahmen des im März 2012 geschlossenen „Treaty of Vaals“ können darüber hinaus alle Kunden von Electris, Sudstroum und Estonteco, ebenso wie die aller 28 Partnerstadtwerke von ladenetz.de, bei den kooperierenden Verbünden laden. Die Vaalser Verträge sind eine Kooperationsvereinbarung für das eRoaming zwischen ladenetz.de und Estonteco sowie e-laad.nl (Niederlande), Blue Corner und becharged (Belgien), Vlotte (Österreich), ESBeCars (Irland) und Inteli (Portugal).
Unter dem Motto “Elektromobilität bewegt weltweit” wird auf Einladung der Bundesregierung am 27. und 28. Mai 2013 auf der Internationalen Konferenz in Berlin der neueste Stand der Branche vorgestellt. Das BEM-Mitgliedsunternehmen ubitricity präsentiert an Station 5 vor dem Berliner Congress Center die Mobile Metering-Abrechnungslösung, durch die Ladepunkte auf spezielle, kostengünstige Systemsteckdosen reduziert werden können. Diese Systemsteckdosen sind technisch so schlank, dass sie sogar vollständig in Lichtmasten installiert werden können. Möglich wird das smarte Laden an den Systemsteckdosen durch mobile Zähl- und Kommunikationstechnik, die im Ladekabel oder im eFahrzeug integriert ist.
Das finnische Konsortium für Elektromobilität Electrictraffic.fi wird künftig gemeinsam mit der Hubject GmbH, einem Joint Venture der Automobil- und Energiewirtschaft, daran arbeiten, den europäischen Elektromobilitätskunden ein anbieterübergreifendes und kompatibles Netzwerk an Ladestationen bereitzustellen.
„Mit unserer eRoaming-Plattform konnten wir in der frühen Marktphase die erste kommerzielle Lösung vorstellen, die den Fahrern von Elektrofahrzeugen das komfortable Laden europaweit anbietet und eine optimale Voraussetzung für branchenübergreifende Geschäftsmodelle bietet. Die Zusammenarbeit mit den finnischen Kollegen zeigt erneut, dass die Vernetzung von Ladeinfrastrukturen als europäisches Thema gesehen werden muss,“ so Andreas Pfeiffer, Geschäftsführer der Hubject GmbH. Das finnische Konsortium vertritt neben 20 Unternehmen aus dem Elektromobilitätsmarkt auch drei Forschungsinstitute, fünf Städte aus der Metropolregion Helsinki sowie 35 Energieversorger, die sich gemeinsam für Interoperabilität einsetzen. „Ein kompatibles, europäisches Netzwerk an Ladestationen wird die Marktentwicklung in Europa positiv beeinflussen. Den Erfahrungsaustausch mit Hubject sehen wir als optimale Grundlage, um eine nationale Lösung zu finden und gleichzeitig sicherzustellen, dass Elektromobilität europaweit und offen gestaltet wird,“ betonte Elias Pöyry, Executive Director von Electrictraffic.fi.
Im Verbundprojekt AUTOPLES (Automatisiertes Parken & Laden von Elektrofahrzeug-Systemen), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Spitzenclusters „Elektromobilität Süd-West“ über zweieinhalb Jahre mit 2,3 Mio. € gefördert wird, haben sich vier kleine und mittelständische Unternehmen und eine Forschungseinrichtung zusammengeschlossen, um die Energieversorgung von Elektrofahrzeugen für den Nutzer zu optimieren.
Im Zentrum des Projektes AUTOPLES steht die Erforschung eines marktfähigen, nutzerorientierten, energieeffizienten, technologisch und ökonomisch zukunftsweisenden Park- und Ladesystems für den schnellen Durchbruch der Elektromobilität – nach dem Motto: „Die bequemste und effizienteste Art zu tanken, seitdem es Autos gibt.“ Es werden unter anderem Fahrbetriebs- und Parkgewohnheiten typischer Elektroauto-Benutzer, Möglichkeiten für das autonome und koordinierte Bewegen von Elektrofahrzeugen, geeignete automatisierte Ladetechniken und sicherheitsrelevante Themen untersucht. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Im Rahmen einer Entwicklerkonferenz legt die Hubject GmbH heute das von ihr erstellte Open InterCharge Protocol (OICP) offen. Interessierte Unternehmen können mit der Implementierung dieser Schnittstelle die technischen Voraussetzungen zur Teilnahme am intercharge-Netzwerk für Elektromobilität schaffen. Ab Sommer 2013 ist damit ein anbieterübergreifender Zugang zu öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in ganz Europa möglich.
Die Nutzung unterschiedlicher Ladestationsnetze wird dabei durch das eRoaming-Modell zwischen den Betreibern von Ladestationen und Elektromobilitätsprovidern ermöglicht. Aufbauend auf vertraglichen Beziehungen werden auf der eRoaming-Plattform der Hubject GmbH alle Funktionen vom Management der Partnerbeziehungen bis zum Handling der Transaktionen verarbeitet. Das schafft die Basis für eine kundenfreundliche Nutzung von Ladeinfrastruktur und neue erfolgreiche Geschäftsmodelle in der Elektromobilität. „Mit dem Open InterCharge Protocol liefern wir die Grundlage für neue Produkte und Dienstleistungen der Elektromobilität. Durch Offenlegung des Protokolls folgen wir unserer Philosophie, als Enabler den Markt der Elektromobiltät barrierefrei und partnerschaftlich zu gestalten,“ so Andreas Pfeiffer, Geschäftsführer der Hubject GmbH. Ab dem 18. März 2013 können sich interessierte Unternehmen auf www.hubject.com kostenfrei registrieren und so das Open InterCharge Protocol (OICP) erhalten.
Die Hauptstadtregion will sich in dem wichtigen Zukunftsfeld der Elektromobilität als Referenzstadt aufstellen. Das hat der Senat am 12. März 2013 auf Grundlage einer gemeinsamen Vorlage der Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Cornelia Yzer, sowie des Senators für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Michael Müller, beschlossen. Senatorin Yzer hob die Bedeutung der Elektromobilität als Wachstumsmarkt hervor: „Berlin wird in einem der wichtigsten Zukunftsbereiche zur Referenzstadt. Elektromobilität wird nicht nur unser Mobilitätsverhalten beeinflussen, sondern auch neue Wertschöpfungsketten entstehen lassen. Berlin kann seine starken Forschungskapazitäten und die innovativen Zulieferer- bzw. Entwicklungsunternehmen verstärkt verknüpfen. Dies ist eine einmalige Gelegenheit für unsere fachspezifischen Forschungseinrichtungen und die kreativen Unternehmen vor Ort, qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern bzw. neu zu schaffen.“ Die geplanten Projekte bezeichnete Yzer als ein „Praxislabor, das Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit der eMobility aufzeigen werde.“
Das Land Berlin will unter anderem die Ladeinfrastruktur ausbauen und ein Qualifizierungszentrum Elektromobilität einrichten. Es sollen insgesamt bis zu elf Projekte mit bis zu 20,1 Millionen Euro durch die Länder Berlin und Brandenburg gefördert werden.