Aachen gehört deutschlandweit zu den Vorreitern in puncto Elektromobilität. Dies zeigte sich auch auf dem “1. Aachener Zukunftsforum E-Mobilität”, das am 25. August 2010 im Business-Center des Aachener Tivoli stattfand. Das Forum ist eine neue Plattform zur Entwicklung und zum Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Hochschulen, Industrie, Energieversorgern sowie kommunalen Einrichtungen. Veranstalter sind die Stadt Aachen, die STAWAG, die FEV Motorentechnik GmbH und die RWTH Aachen. Im Rahmen der Veranstaltung haben die Beteiligten der Forschungsprojekte “Smart Wheels” und “E-Aix” gemeinsam die Aachener Modellregion Elektromobilität eröffnet.
Im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart werden ab Anfang 2011 drei Elektroautos auf Basis des Boxster im Praxistest unterwegs sein. “Es wird von uns in Zukunft sicher auch einen Elektro-Sportwagen geben. Ein solches Konzept macht aber erst Sinn, wenn es porschetypische Produktanforderungen bietet”, so Michael Macht, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Ziel des Praxistests seien Informationen zur notwendigen Ladeinfrastruktur, Nutzerverhalten und die Anforderungen an kommende Produkte.
Vom 8. bis 10. Juli schickt die Daimler AG bei der Silvretta E-Auto Rallye 2010 Elektroautos der Marken Mercedes-Benz und smart an den Start. Drei Tage lang werden drei smart fortwo electric drive und zwei B-Klasse F-CELL durch die Montafoner Alpen touren. Ebenfalls dabei ist auch ein Vorserienfahrzeug des neuen Mercedes- Benz eSLS AMG. Mit der Teilnahme an der Silvretta Rallye, die von auto motor und sport und Motor Klassik veranstaltet wird, stellt Daimler einmal mehr die Alltagstauglichkeit und Zuverlässigkeit seiner Elektrofahrzeuge sowohl mit Brennstoffzelle als auch mit Batterie unter Beweis – auch unter härtesten Rahmenbedingungen im Hochgebirge. Die Silvretta E-Auto Rallye findet dieses Jahr zum ersten Mal im Rahmen der traditionellen Silvretta Classic Rallye im Montafon statt. Direkt im Anschluss an die historischen Fahrzeuge starten die Elektroautos und bestreiten an den drei Rallyetagen auf ihrer Tour mehrere Wertungsprüfungen. Auf der anspruchsvollen Strecke der Silvretta Hochalpenstraße ist vor allem höchste Präzision gefordert. Es gilt, über 900 Höhenmeter zu überwinden und dabei Steigungen von bis zu 14 Prozent auf dem Weg zur Bielerhöhe (2037 m ü. A.), der Spitze des Silvrettapasses, zu erklimmen. Die kurvige Verbindungsstraße mit über 30 engen Serpentinen verbindet das Vorarlberger Montafon mit dem Paznauntal im angrenzenden Tirol. Auch die anderen Abschnitte der Rallye bieten sowohl herausfordernde Strecken als auch reizvolle Landschaften. So geht es unter anderem am ersten Rallyetag vom Ausgangspunkt Partenen in Vorarlberg quer durch das Montafon über Schruns ins malerische Bludenz. Die Region Vorarlberg ist Österreichs erste Modellregion zur Einführung und Entwicklung von Elektromobilität. Um die Vorreiterposition in diesem Bereich einzunehmen, baut die Region im Projekt VLOTTE die nötige Infrastruktur für Elektrofahrzeuge kontinuierlich aus und fördert damit die Entstehung eines entsprechenden eMobilitäts Netzwerkes.
Gerade in ländlichen Regionen wie dem Allgäu bedeutet ein Auto ein hohes Maß an individueller Beweglichkeit. Angesichts knapper werdender Ressourcen und hoher Touristenzahlen können elektrische Antriebe helfen, sowohl die Abhängigkeit vom Erdöl als Energieträger als auch den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Im Allgäu soll genau das jetzt ihm Rahmen eines Modellprojekts getestet werden. “eE-Tour Allgäu” – effiziente Elektromobilität und Tourismus startet am 19. Juni. In Zusammenarbeit mit Gasthäusern, Hotels und Kommunen stehen mehr als 50 Elektrofahrzeuge zur Miete oder zum Carsharing zur Verfügung. Angesprochen werden sollen damit sowohl Einheimische als auch Touristen in der Region. Ziel ist es, das Allgäu mit Elektroautos, eRollern oder eBikes zu erkunden. “Wir wollen den Menschen die Unsicherheit nehmen vor der neuen Technik”, erklärt Professor Andreas Rupp von der Hochschule Kempten. In der gesamten Region stehen elf öffentliche Ladesäulen zur Verfügung an denen bis September 2011 kostenlos Strom getankt werden kann. Gesamtprojektleiter Stefan Mayer vom Stromversorger Allgäuer Überlandwerk (AÜW) ist sich sicher: “Das Thema Elektromobilität wird für die Zukunft enorm wichtig sein. eAutos sind sauber und leise. Ideal für eine Naturregion wie das Allgäu.” Deswegen bemühen sich die Kooperationspartner des Projekts bereits jetzt um Unterstützung und eine mögliche Fortführung des Projekts. “Mit einer einmaligen Aktion ist es nicht getan”, betont Prof. Rupp.
China will zum Führungsmarkt für Elektromobilität werden und verpflichtet laut einem Bericht im Handelsblatt fünf Großstädte, Ladestationen für Autobatterien einzurichten. In den Modellregionen Shanghai, Changchun, Shenzhen, Hangzhou und Hefei erhalten Elektrofahrzeuge eine Subvention von mehr als 7.500 Euro. Damit würde der Preis vieler elektrischer Modelle dem herkömmlicher Autos nahe kommen.
Elektroautos wird die Zukunft gehören, denn sie nutzen Erneuerbare Energie und sind extrem effizient. Während bei einem Verbrennungsmotor rund zwei Drittel der Energie einfach verpuffen, liegt der Wirkungsgrad eines Elektromotors bei rund 80 Prozent. Dennoch sind viele mit dem Elektroauto verbundene Fragen noch nicht geklärt. Dazu gehören die Speicherung von Energie in heute noch viel zu schweren Batterien, die Abgabe der Energie an den Ladestationen und die Gestaltung des Versorgungsnetzes. Ziel des Leitprojekts e-Solcar ist es, ein Modell für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Städten zwischen 50.000 und 200.000 Einwohnern zu entwickeln und zu erproben. Das Projekt beschäftigt sich zum einen mit technischen Fragen wie der Zwischenspeicherung von aus solarer Strahlungsenergie gewonnenen Elektroenergie in einer Pufferbatterie und dem Stromfluss an der Ladesäule. Zum anderen wird mit einer Flotte von Elektrofahrzeugen erprobt, wie das innerstädtische Versorgungsnetz technisch ausgelegt werden muss. Dafür wird eine 100 Kilowatt Photovoltaikanlage aufgebaut und eine 500 Kilowatt Blei-Gel Batterie entwickelt. Um die strukturellen Aspekte zu untersuchen, werden an der Technischen Universität Cottbus und in der Cottbuser Innenstadt Ladeinfrastrukturen geschaffen und bis zu 50 Elektroautos im Einsatz erprobt. Das Projekt ergänzt das im Bereich Verkehrssystemtechnik gestartete Leitprojekt Modellregion Berlin-Potsdam, in dem es eine Zukunftsvision für die Elektromobilität entwickelt. Die beiden Projekte e-Solcar und Modellregion Elektromobilität Berlin-Potsdam werden stark kooperieren.
Die Modellregion Stuttgart ist eine von acht deutschen Modellregionen, für die das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 115 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Bis zum Juli 2011 sollen unter der Führung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) unterschiedliche Elektrofahrzeuge im Alltagseinsatz erprobt werden. “Durch die Elektroantriebe werden die Karten im Fahrzeugbau völlig neu gemischt. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen und alles daran setzen, dass die Region Stuttgart auch unter sich wandelnden Rahmenbedingungen ein führender Standort für die Entwicklung und Produktion von Autos bleibt”, erklärte der Geschäftsführer der WRS Walter Rogg. Am Montag wurden die ersten emobilen Projekte im Rahmen eines Projekttreffens vorgestellt. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG wird ab Ende des Jahres fünf Gelenkbusse mit Dieselhybridantrieb im Alltag testen, die beim Ausfahren aus der Haltestelle rein elektrisch betrieben werden sollen. Die EnBW bringt Anfang Juli Deutschlands größte Elektroflotte auf die Stuttgarter Straßen. 500 eBikes werden an private Testfahrer übergeben und bis zu 200 sollen die Fuhrparks von Kommunen und öffentlichen Einrichtungen ergänzen. Auch die Daimler AG engagiert sich auf dem Zukunftsmarkt eMobilität. Mit 50 Vitos E-CELL werden die elektrischen Kleintransporter in der Region getestet.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat die erste öffentliche eTankstelle in Duisburg auf dem Parkplatz der Stadtwerke eröffnet. Der Bund trägt im Rahmen des Modellprojekts “Smart Wheels” die Hälfte der entstehenden Kosten für den Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur für Ladesäulen. Für über 500.000 Euro können nun in der Modellregion Ladesäulen für eFahrzeuge eingerichtet werden. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland wollte nach seiner Testfahrt mit dem eRoller gar nicht mehr absteigen und schien begeistert von der schnellen und gleichzeitig leisen elektrischen Fortbewegung. Ein günstiger Nebenaspekt der eMobilität ist die Funktion der eFahrzeuge als Energiespeicher. Denn immer noch müssen mangels Abnehmer nachts Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Vor diesem Hintergrund zeigte sich auch Bundeswirtschaftsminister Brüderle äußerst euphorisch: “Wir in Deutschland haben das Automobil erfunden. Wir erfinden es jetzt neu”. Aktuell machen jedoch immer noch die hohen Kosten für die Batterien Schlagzeilen. Diese Kosten würden jedoch durch den niedrigeren Strompreis kompensiert. “Umgerechnet liegen wir derzeit bei 3,50 Euro auf 100 Kilometern”, erklärte Peter Wolters, der zuständige Ingenieur. Da kann kein noch so sparsamer Verbrennungsmotor mithalten.
Für das Förderprojekt “eMobilität im Pendlerverkehr” in der Modellregion Rhein-Ruhr hat eine innovative Gruppe von Forschungseinrichtungen und Unternehmen den Zuschlag erhalten. Gemeinsam untersucht sie den elektrischen Pendlerverkehr zwischen Rhein und Ruhr in der Praxis. Die Projektpartner sind die RWE Effizienz GmbH, die Renault Deutschland AG, die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) und das Institut für Hochspannungstechnik der RWTH Aachen. Die Koordination erfolgt zentral über die Projektleitstelle EnergieAgentur.NRW.
“Das Projekt verbindet Technologie mit Nähe zum Kunden und neuer Lebensqualität. Elektroautos werden dadurch in der Region sichtbar und anfassbar”, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) unterstützt das besondere Projekt im Rahmen des Programms Modellregionen Elektromobilität mit rund 7 Mio. EUR.
Ziel des Gemeinschaftsprojekts ist die Integration von Elektromobilität in den alltäglichen Pendlerverkehr entlang der Städtekette der A40. Gerade in diesem Ballungsraum mit häufigen Staus oder stockendem Verkehr können die sauberen und leisen E- Fahrzeuge ihre Stärken ideal unter Beweis stellen. Mit dem Fokus auf die Städte Mülheim, Essen und Dortmund wird RWE bis Mitte 2011 eine flächendeckende Ladeinfrastruktur aufbauen. Darüber hinaus werden Daten gesammelt, die eine Entwicklung marktfähiger Produkte, wie Navigationsgeräte mit komfortabler Ladestationsübersicht und Routenplanung ermöglichen. Die Projektteilnehmer wollen damit die notwendige Entwicklung und Forschung zur Einführung der Elektromobilität weiter vorantreiben.
Im Rahmen des Projektes “colognE-mobil” werden in den kommenden Monaten 25 Elektrofahrzeuge von Ford durch Köln fahren. Geprüft werden die Fahrzeugsicherheit, die notwendige Infrastruktur und die mögliche Reichweite der Elektroautos. Die Nutzfahrzeuge werden wie konventionelle Modelle von Logistikunternehmen und Stadtbetrieben eingesetzt. Die Transporter des Typs Ford Transit werden von einem 90 kW starken Elektromotor angetrieben. Lithium-Ionen-Batterien speichern den notwendigen Strom. Dafür hat der am Projekt beteiligte Energieversorger Rhein-Energie eine erste Ladestation in der Innenstadt aufgestellt. Neben den technischen Voraussetzungen und Möglichkeiten werden bei dem Projekt vor allem auch die Rückmeldungen der Fahrer berücksichtigt werden. Wissenschaftlich wird das Projekt von der Universität Duisburg-Essen begleitet. Die Forscher wollen erheben, wie hoch die Kundenakzeptanz für Elektrofahrzeuge ist und wie attraktiv sie auf die breite Masse wirken. Außerdem sollen die erhobenen Daten auf das gesamte Land Nordrhein-Westfalen hochgerechnet werden, um für eine flächendeckende Markteinführung die Anzahl und den Abstand der nötigen Ladestationen zu ermitteln.