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Artikel Tagged ‘Regierung’

Die Regierung verschläft alles

14. April 2015 Juliane Keine Kommentare

BEM-Präsident Kurt Sigl setzt auf Druck von außen: Die Politik versage bei der Förderung und die deutschen Hersteller redeten das Elektroauto herunter, erklärt er im Interview mit Matthias Breitinger von ZEIT Online. Das lesenswerte Interview finden Sie hier in voller Länge. Reinschauen lohnt sich..!

Studie: 28 Mio. potenzielle eCar-Käufer?

11. Dezember 2009 klaus Keine Kommentare

accenture_logoKnapp 28 Millionen deutsche Verbraucher gehen davon aus, dass sie in den nächsten zehn Jahren ein Elektrofahrzeug kaufen werden. Das geht aus einer Hochrechnung in der Untersuchung “E-Mobility 2009″ des Managementberaters Accenture hervor. Dieses Marktpotenzial läge deutlich über den Vorstellungen der deutschen Politik: Eine Million E- und Hybridfahrzeuge sollen bis 2020 auf deutschen Straßen unterwegs sein, hatte die Bundesregierung im August dieses Jahres erklärt.

“Kunden in Deutschland haben ein deutliches Interesse an Autos mit Elektro-Antrieb”, sagt Sarat Maitin, Partner im Geschäftsbereich Automobilwirtschaft bei Accenture. “Die Industrie muss jetzt die Entwicklungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit erhöhen.” Auch beim Elektroauto bleiben die Verbraucher anspruchsvoll. Nur eine klare Minderheit der befragten Verbraucher (14 Prozent) wäre bereit, einen um mehr als zehn Prozent höheren Preis für ein Elektrofahrzeug zu bezahlen. Die Befragten erwarten außerdem, mit dem Wagen durchschnittlich 320 Kilometer weit fahren zu können, bevor er zurück an die Steckdose muss.

Für deutsche Hersteller ist Eile geboten. Denn noch haben sie beim innovativen Image die Nase vorn. 85 Prozent der Deutschen messen deutschen Autobauern besonders hohe Kompetenz zu, wettbewerbsfähige Elektro-Autos zu bauen. Doch das Rennen um die Kundengunst ist eine knappe Angelegenheit. 72 Prozent sehen auch japanische Marken dafür bestens gerüstet (faktisch haben sie speziell bei der Batterietechnologie einen substanziellen Vorsprung). Außerdem unterstellen die Befragten den Herstellern von Mittelklassewagen die höchste Kompetenz für Elektroautos (80 Prozent), gefolgt von Kleinwagen-Herstellern (67 Prozent). In diesen Klassen werden japanische Hersteller traditionell als sehr stark wahrgenommen.

“Die Verfügbarkeit des Gesamtsystems aus Technik und Infrastruktur muss gefördert werden”, betont Maitin einen in der Tat zentralen Punkt: “Ohne angemessene staatliche Förderung wird es kaum möglich sein, schnell genug wettbewerbsfähige Autos anzubieten und die nötige Infrastruktur aufzubauen.” Im Rahmen der Untersuchung “E-Mobility 2009″ hat Accenture eine repräsentative Befragung durchführen lassen. Darin haben fünf Prozent der Befragten angegeben, dass sie in den nächsten zwei Jahren ein Elektro-Fahrzeug kaufen werden. Weitere 34 Prozent wollen dies in drei bis zehn Jahren tun. Durchgeführt wurde die Befragung von TNS Infratest im September 2009. 1.000 deutsche Verbraucher ab dem Alter von 14 Jahren wurden telefonisch befragt.

Ramsauer: “Die besten Elektroautos der Welt”

7. Dezember 2009 klaus Keine Kommentare

Noch vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die deutschen Autohersteller dazu aufgerufen, verstärkt in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu investieren. “Wir müssen zum weltweiten Leitmarkt für Elektromobilität werden und uns gegen starke Konkurrenz aus den USA, China, Japan und Korea behaupten”, sagte Ramsauer dem Hamburger Abendblatt. “Der Klimawandel ist eine industriepolitische Herausforderung.” Der CSU-Politiker betonte: “Wer jetzt nicht investiert, verschläft die Zukunft. Schließlich bieten sich in diesem Bereich in den nächsten Jahren immense Exportchancen. Daran werde ich die deutsche Automobilindustrie erinnern und sie mit guten Rahmenbedingungen unterstützen.”

Die Bundesregierung werde der Automobil- und Zulieferindustrie dabei helfen, ihre Forschungs- und Entwicklungsbemühungen auszubauen. Elektromobilität sei ein wesentliches Projekt, in das die Regierung zusammen mit der Industrie 1,9 Milliarden Euro investiere.

Jetzt seien die deutschen Ingenieure gefordert, damit Deutschland sowohl bei der Batterie- als auch bei der Brennstoffzellentechnologie vorankomme, sagte Ramsauer. Er verwies darauf, dass Hamburg eine von acht Modellregionen ist, in denen das Verkehrsministerium solche Technologien erprobt. “In der Stadt werden bald Hybridbusse im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein. Damit können die Menschen die neue Technologie im Alltag erleben.”

Weitere Schwerpunkte in Hamburg sind nach Angaben des Ministeriums innovative Energiespeicher für Schienenfahrzeuge, der Einsatz elektronisch betriebener Pkw sowie die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Wirtschaftsverkehr. Da die Hansestadt ein wachsendes Verkehrsaufkommen erwarte und zugleich ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent verringern wolle, komme der Elektromobilität eine maßgebliche Rolle zu, heißt es in der Projektbeschreibung. Die anderen sieben Modellregionen sind Berlin/Potsdam, München, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Bremen/Oldenburg, Sachsen und Stuttgart.

Im Jahr 2020 sollten eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren, gab Ramsauer als Ziel vor. “So wie wir Deutschen heute die besten Autos der Welt bauen, müssen wir in Zukunft die besten Elektroautos der Welt bauen.”

Der Verkehrsminister rief inzwischen die Teilnehmer des Uno-Gipfels auf, sich auf strenge Vorgaben zu verständigen. “Ich hoffe, dass sich die Staaten beim Weltklimagipfel in Kopenhagen auf verbindliche CO2-Grenzen einigen. Je strenger die Vorgaben in dem Kyoto-Nachfolgeabkommen ausfallen, desto besser ist es”, sagte er. “Ehrgeizige, verbindliche Klimaziele erhöhen die Weltmarktchancen der deutschen Wirtschaft.”

An dem Klimagipfel, der am Montag beginnt und bis zum 18. Dezember dauert, wollen mehr als 100 Staats- und Regierungschefs teilnehmen, darunter auch Angela Merkel und Barack Obama.
via Hamburger Abendblatt

Event: Merkel lädt zum Autogipfel – im Frühjahr?

22. November 2009 klaus Keine Kommentare

Merkel_Opel_Autohaus.deBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sähe bekanntlich Deutschland gern als Leitmarkt für Elektromobilität. Statt aber endlich wie zahlreiche europäische Nachbarn eine Elektroauto-Richtlinie auf den Weg zu bringen, wird doch lieber erstmal ein Spitzentreffen anberaumt. Die Kanzlerin will im kommenden Frühjahr Autobauer, Stromversorger und Kommunen zu einem Autogipfel laden, “um einen Impuls zur Entwicklung moderner Antriebstechnologien in Deutschland zu setzen”. Dies geht laut dpa aus dem schriftlichen Beschluss der Bundesregierung von Meseberg zur Entwicklung der Elektromobilität hervor.

Im Gespräch hierfür ist nach dpa-Informationen der Monat Februar, der nach via Wikipedia-Informationen allerdings noch nicht so ganz zum Frühjahr gerechnet werden kann. Wie auch immer: “Die verschiedenen Wirtschaftszweige sollen zudem stärker in die Pflicht genommen werden”, heißt es hoffnungsfroh im Meseberger Beschluss. Bis zum Frühjahr 2010 soll der noch vom alten schwarz-roten Kabinett beschlossene Entwicklungsplan E-Mobilität unter Beteiligung aller Akteure weiter konkretisiert werden. Grundsätzlich für nötig gehaltende Fördermaßnahmen wurden allerdings bislang keine beschlossen.

Immerhin könnte die Zuständigkeit künftig gebündelt werden: Das eMobility-Thema soll künftig beim Wirtschafts- und beim Verkehrsministerium angesiedelt sein. Nach Informationen aus Regierungskreisen soll dafür eine eigene “Geschäftsstelle Elektromobilität” eingerichtet werden. Ein “hoher Ministerialbeamter” soll zum Beauftragten für das Thema ernannt werden.
vgl. auch autohaus.de