Archiv

Artikel Tagged ‘SAE’

Neue Standard-Ladetechnik in Europa und den USA

Audi, BMW, Chrysler, Daimler, Ford, General Motors, Porsche und Volkswagen haben vereinbart, den auf der einheitlichen Fahrzeugschnittstelle basierenden Ansatz für das Schnellladen – das DC-Schnellladen mit dem Combined Charging System – in Elektrofahrzeugen künftig in Europa und den USA einzusetzen. Das Combined Charging System vereint ein-phasiges Laden mit Wechselstrom, schnelles Wechselstromladen mit Drehstromanschluss, Gleichstromladen für Haushalte oder ultraschnelles Gleichstromladen an Stromtankstellen mit nur einer Schnittstelle im Fahrzeug. So kann der Kunde an den meisten Ladestationen unabhängig von Stromquelle und angebotener Ladegeschwindigkeit laden. Dieser Vorteil soll den Aufbau einer standardisierten Infrastruktur beschleunigen.

Die SAE (International Society of Automotive Engineers) hat das Combined Charging System als den Standard zum Schnellladen bestimmt, der das bestehende Typ 1 basierte AC-Laden erweitert. Der Standard wird diesen Sommer offiziell veröffentlicht. Die European Automobile Manufacturers Association (ACEA) hat das Combined Charging System ab 2017 als einheitliche AC/DC-Ladeschnittstelle für alle neuen Fahrzeugtypen in Europa ausgewählt.
Kommerziell erhältliche Ladestationen stehen voraussichtlich Ende dieses Jahres bereit. Alle beteiligten Automobilhersteller entwickeln Fahrzeuge, die das Combined Charging System nutzen. Erste Fahrzeuge mit der Technologie werden 2013 in den Markt eingeführt.

Milliardenthema Ladestationen u. Stecker

21. September 2009 klaus Keine Kommentare

normsteckerBereits ab Dezember soll es für die Fahrer von Elektroautofahrzeugen erste Ladestationen für die eigene Garage oder Carport zu kaufen geben. Eine “für Europa genormte” Initiative dazu stellte jetzt RWE vor. Vorteil gegenüber dem Laden per normaler Schuko-Dose ist die deutlich kürzere Ladezeit. Weil die Haushaltssteckdose nur 3,7 kW zulässt, würde ein Kleinwagen die ganze Nacht brauchen, um Energie für die nächsten 100 Kilometer zu ziehen. Mit den neuen Ladestationen soll es bis zu fünfmal schneller gehen. Öffentliche Ladestationen könnten mit 40 kW nochmal fixer laden. Eine Batterie mit 20 kWh Kapazität wäre dort in weniger als einer Stunde voll.

RWE und Daimler haben eine Allianz von immerhin über 20 europäischen Stromversorger und Herstellern auf einen einheitlichen Stecker eingeschworen. Mitte kommenden Jahres sollen Stecker und Buchse normiert werden. Europäische Elektroautos und Plug-In-Hybride könnten dann also künftig je zwei Stecker an Bord haben – einen für Schnelllade-Systeme und einen für die Standarddose. Ladestationen für daheim werden in den USA mit rund 1.300 Euro pro Einheit gefördert. Für Deutschland nennt die RWE, die ab Dezember für Privatpersonen Ladestationen zum Kauf oder zum Leasen anbieten wird, noch keine Summen. Dazu sagte Carolin Reichert, Leiterin des Geschäftsbereichs E-Mobility bei RWE: “Zurzeit gehen wir stark in Vorleistung, um dem Endkunden zu zeigen, dass Elektromobilität schon heute funktioniert und um nicht dem Henne-Ei-Problem zu erliegen.” Für schnelles Wachstum hofft sie aber doch auf staatliche Förderung. Die Investitionen für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur in Deutschland schätzt RWE auf rund drei Milliarden Euro. Als besonders wichtiger europäischer Hersteller in diesem Bereich gilt der Steckerhersteller Mennekesaus dem westfälischen Kirchhundem.

sae-steckerEs ist nicht bekannt, inwieweit sich die europäischen Normierungsbestrebungen mit denen in Nordamerika vertragen. Die Society of Automotive Engineers (SAE) hat die Standardisierung eines Ladesystems für Elektrofahrzeuge bereits abgeschlossen. Die Spezifikationen von Steckverbinder und Fahrzeugbuchse sollen in Kürze veröffentlicht werden. Der Standard “J1772” wurde vom SAE Hybrid Standards Committee in Zusammenarbeit mit dem Japanese Automotive Research Institute entwickelt. Beteiligt sind hier die Hersteller GM, Chrysler, Ford, Toyota, Honda, Nissan und Tesla.